Anklage nach Zugskatastrophe in Ägypten

25. März 2002, 11:15
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Fahrlässige Handlungen?

Kairo - Nach dem bisher schwersten Zugsunglück in Ägypten hat die Staatsanwaltschaft gegen elf Beschäftigte der Eisenbahnbehörde Anklage wegen grober Fahrlässigkeit erhoben. Unter den Angeklagten sind der Zugsführer, mit Wartungsarbeiten betraute Mitarbeiter sowie für Brandschutz zuständige Beschäftigte, wie der ägyptische Generalstaatsanwalt Maher Abdel Wahed am Samstag in Kairo erklärte.

Den Männern würden verschiedene fahrlässige Handlungen zur Last gelegt. So sollen einige nicht sicher gestellt haben, dass der Zug über funktionierende Feuerlöscher verfügte, andere sollen zu viele Passagiere an Bord gelassen haben, wieder andere sollen die Bremsen des brennenden Zugs nicht betätigt haben. Dem Zugsführer und seinem Stellvertreter werde darüber hinaus vorgeworfen, falsche Angaben über die Ausstattung des Zugs vor dessen Abfahrt am 20. Februar gemacht zu haben.

In dem Inferno kamen mehr als 360 Menschen ums Leben. Das Feuer war ausgebrochen, kurz nachdem der nach Luxor fahrende Zug den Bahnhof von Kairo verlassen hatte. Die Flammen hatten sich rasend schnell ausgebreitet, da der völlig überfüllte Zug aus bisher ungeklärten Gründen erst einige Kilometer nach Ausbruch des Feuers zum Stehen kam. Die Ermittler vermuten einen Gaskocher als Unglücksursache. (APA)

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