Randa: Es muss besser werden

25. März 2002, 19:14
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Bank Austria mit reduziertem Gewinn und niedrigerer Eigenkapital- rentabilität

Wien - Die Bank-Austria-Gruppe hat sich in dem für Geldinstitute extrem schwierigen Jahr 2001 zwar relativ gut geschlagen, dennoch zeigte sich Generaldirektor Gerhard Randa "mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden". Für heuer peile die Gruppe, die im HypoVereinsbank-Konzern (HVB) für Österreich und Osteuropa zuständig ist, jedenfalls ein besseres Ergebnis als im Vorjahr an. An den Zielen für 2004 - eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent und eine Kosten-Ertrags-Relation von unter 65 Prozent - hält Randa jedenfalls fest.

Im abgelaufenen Jahr hat sich die Bank Austria von diesen Fernzielen teilweise sogar entfernt. Zwar verbesserte sich die Cost-Income-Ratio geringfügig von 69,6 Prozent auf 68,8 Prozent, die Eigenkapitalrendite (Return on Equity - ROE) sank aber von elf auf 10,2 Prozent. Während das Betriebsergebnis um 11,7 Prozent auf 552 Mio. Euro anstieg, reduzierte sich der Gewinn nach Steuern um 3,3 Prozent auf 483 Mio. Euro. Die Bank wird ihrem Alleinaktionär HVB eine unveränderte Dividende von 1,02 Euro je Aktie, das sind insgesamt rund 118,3 Mio. Euro, abliefern, sagte Randa am Montag in einer Pressekonferenz.

Anstieg der Kreditvorsorge

Den Anstieg der Kreditvorsorge im abgelaufenen Jahr um 9,7 Prozent auf 703 Mio. Euro führte der Bank-Austria-Chef in erster Linie auf einen wegen der schlechten Wirtschaftsentwicklung höheren Vorsorgebedarf in Polen sowie auf "drei große Brocken in Österreich" (RHI sowie die Großinsolvenzen Libro und Steiner) zurück. Das Verhältnis von Kreditrisiko zu Zinsüberschuss liege bei 26,3 Prozent und damit eindeutig zu hoch, befand Vorstandsdirektor Franz Zwickl, der für diese Kennzahl die 20-Prozent-Marke anstrebt.

Firmenkundengeschäft

Mit der Entwicklung des Firmenkundengeschäfts im abgelaufenen Jahr zeigte sich Vizegeneral Karl Samstag nicht ganz zufrieden. Zwar sei die Position bei den Top-2000-Unternehmen im Inland weiter ausgebaut worden - der aktuelle Kundenanteil liege jetzt bei 70 Prozent - die Eigenkapitalrendite habe sich aber von 11,8 Prozent auf 4,6 Prozent verringert. Dafür erntete die Bank Austria auch Kritik von der Mutter HVB, die eine risikogerechtere Kreditpolitik einmahnte.

Gut entwickelt hat sich dagegen das Privatkundengeschäft, in dem viele Geldinstitute kaum etwas verdienten, die Bank Austria aber auf eine Eigenkapitalrendite von 19,1 Prozent kam. Randa führte dies vor allem auf die konsequente Rationalisierung in den letzten Jahren zurück, die im Inland zu rückläufigen Verwaltungskosten geführt habe.

"Extrem gut aufgestellt"

"Extrem gut aufgestellt" sieht Randa die Bank Austria in Mittel- und Osteuropa. Bei einer Bilanzsumme von 26 Mrd. Euro, das seien 16 Prozent des Bilanzvolumens der Bank-Austria-Gruppe (knapp 160 Mrd. Euro), stamme bereits ein Viertel des Vorsteuergewinns aus dieser Region. Bis 2005 sollen die Bilanzsumme auf 40 Mrd. Euro ausgeweitet und der Gewinnanteil auf 50 Prozent gesteigert werden. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 26.3.2002)

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