Die Hocheck-Direttissima

    23. März 2002, 13:56
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    Ein steiler Berg mit flachen Wegen, heißt es nicht selten über das Hocheck, dem der Bundeshauptstadt am nächsten gelegenen "Tausender".

    Dies stimmt für die Anstiege von Thenneberg und Altenmarkt, vielleicht auch noch für den von der aufgelassenen Bahnstation Taßhof ausgehenden Matrassteig. Es gibt auch eine sehr steile Route, die in Kaumberg beginnt, in die man aber auch in dem leicht erreichbaren Höfnerbachtal westlich von Thenneberg einsteigen und sich dadurch einen wenig lohnenden, längeren Anmarsch ersparen kann.

    Vor allem der erste Abschnitt ab dem Fuß des Berges hat es in sich, da glaubt man fast, dass man sich bei jedem Schritt das Knie ans Kinn stößt. Bei Nässe ist der Steig auch rutschig. Und trotzdem wird er seit einigen Jahren relativ viel begangen, weil er auch einen Konditionstest darstellt und man doch relativ schnell an Höhe gewinnt. Selbst viele Senioren ziehen die Direttissima auf der Nordseite den gemütlicheren, aber weniger abwechslungsreichen Routen in der Nachbarschaft vor.

    Die Direttissima ließe sich sehr gut mit dem Normalweg zu einer Runde kombinieren, wäre die unmarkierte Verbindung nicht wegen einer weit abseits liegenden Wildfütterung gesperrt. Dort dürfen Lkw und Traktoren zu einer Sandgrube fahren, das Wandern aber ist untersagt.

    Lkw erlaubt, Wandern verboten

    Bei halbwegs guten Sichtverhältnissen lohnt ein Besuch des knapp über tausend Meter hohen Hochecks immer, denn von der Aussichtswarte neben dem Schutzhaus genießt man eine selten schöne Rundsicht, die bis ins Schneeberg-Rax-Gebiet, ins Ötscherland, zu den Ybbstaler Alpen, ins Weinviertel und ins Wiener Becken reicht.

    Vorsicht bei Schneelage geboten: Im Kammbereich kommt es zur Wächtenbildung, die das letzte Stück recht mühsam machen kann.

    Die Route:
    Von der Bundesstraße 18 kann man etwa zwei Kilometer in das Höfnerbachtal hineinfahren, beim Höfnerhaus trifft man auf die rote Markierung, die an den Fuß des Hockecks führt. Man hält sich links, bei der nächsten Rechtskurve beginnt das steilste Stück. In kurzen Serpentinen windet sich der Weg einen Rücken hinauf, gelegentlich weicht man in die Flanke aus und gelangt schließlich auf den schmalen Kamm, wo man sich links hält und bald den Gipfel mit Aussichtswarte und Schutzhaus erreicht. Gehzeit ab Höfnerhaus etwa 2 Stunden. Zurück geht es ein kurzes Stück auf der Anstiegsroute, dann bleibt man auf der am Kamm – wieder steil – hinunterführenden roten Weitwandermarkierung und gelangt über einen Sattel zum Roten Kreuz. Dort hält man sich rechts und steigt auf der roten Markierung zum Höferhaus ab. Ab Gipfel 1 Stunden. Gesamtgehzeit 3 Stunden,
    Höhenunterschied rund 600 m. Hocheck-Schutzhaus ganzjährig offen (Freitag Ruhetag).
    Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 57 (Neulengbach) und 75 (Puchberg).

    Von Bernd Orfer

    Die steile, anstrengende Route belohnt mit spektakulärem Panorama
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      grafik: der standard

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