Diagonale-Preis Innovative Produktionsleistung an "nogo"

25. März 2002, 02:22
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... für eine/n österreichische/n Produzeten/in für einen Kinofilm in der Höhe von 10.000 Euro, gestiftet von der Verwertungsgesellschaft audiovisuelle Medien. Die Jurybegründung im Wortlaut

"Da dieser Preis zum ersten Mal verliehen wird und es keine ausformulierten Kritierien für diesen Preis gibt, haben wird in langen Diskussionen einige Kriterien für uns selbst definiert.

Vorweg ist festzustellen, dass sich derzeit alle österreichischen Produzenten in einer schwierigen Situation befinden. Der Einsatz für neue Projekte, deren Erfolg ungewiss ist, wird daher zu einem immer größeren Wagnis. Zu bewerten war die Leistung eines Produzenten für einen Film, ohne dass wir die jeweiligen Rahmenbedingungen der Produktion kannten.

Auffallend bei den zur Auswahl stehenden Produktionen war, dass viele Regisseure ihre eigene Produktionsfirma gegründet haben, um auf diese Weise ihre Projekte realisieren zu können. Diese Initiativen verdienen große Anerkennung. Zugleich kann dadurch nicht die klassische Rolle des Produzenten ersetzt werden.

Deshalb sehen wir den Sinn dieses Preises, der ja von der Verwertungsgesellschaft audiovisuelle Medien gestiftet wird, darin, einen Anreiz für Produzenten zu schaffen, sich für Projekte einzusetzen, bei denen es keine Personalunion zwischen Produzent und Regisseur gibt. Unser wichtigstes Kriterium war, einen Produzenten auszuzeichnen, der es den Regisseuren ermöglicht, einen abendfüllenden Kino-Erstlingsfilm mit ausreichend dotiertem Budget zu realisieren.

Der von uns ausgewählte Film zeichnet sich durch ein raffiniertes Spiel mit den klassischen dramaturgischen Mustern aus, ohne im Epigonalen zu verharren. Darüber hinaus hat uns die hervorragende schauspielerische Ensembleleistung beeindruckt. Aus diesem Grund geht der Preis an die DOR-Film für den Film nogo von Sabine Hiebler und Gerhard Ertl. Wir bitten Danny Krausz und Kurt Stocker auf die Bühne, um den Preis entgegen zu nehmen."

Die Jury: Barbara Fränzen (Kuratorin, Ö), Cornelia Klauß (Kinoleiterin, D), Kurt Palm (Regisseur, Ö), Wolfgang Reiter (Dramaturg, A), Rolf Schmid (Produzent, CH).

Anm.: Bei der Zitierung wurden Rechtschreibung und Interpunktion adaptiert, Begrüßungsworte weggelassen.
(Diagonale/hcl)

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