Gottes Bodenpersonal

25. März 2002, 15:35
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Zahl der Priester und Padres stark rückläufig

Ein überalterter Klerus, leere Seminare, schrumpfende Klostergemeinschaften. Von Pfarre zu Pfarre eilende Geistliche, sich immer mehr auf Verwaltungsarbeiten und auf das Management weltlicher Angestellter zurückziehende Mönche und Nonnen. Das trifft nicht die ganze Wirklichkeit, ist aber kein wesentlich überzeichnetes Bild.

Gab es 1981 noch 3176 Diözesan- und 2090 Ordenspriester in Österreich, so wurden im Jahr 2000 nur mehr 2396 Diözesan- und 1722 Ordenspriester gezählt. Und angesichts sinkender Weihezahlen stieg in dieser Zeit auch das Durchschnittsalter beträchtlich. Noch mehr: Bereiteten sich 1983 noch 434 Männer in den diözesanen Seminaren auf die Priesterweihe vor, so sind es 2001/2002 gerade noch 147 plus zwölf Gäste.

Selbst mit den 34 Seminaristen in den Gemeinschaften des Neokatechumenates bleibt die Zahl weit hinter den immerhin noch 339 vom Jahr 1991 zurück. Zyniker mögen meinen, für die kleiner werdende Herde reichten auch weniger Hirten.

Ein Teil der Gläubigen mag auf ganz andere Trends in Überseeländern verweisen und auch bei uns auf eine Trendumkehr hoffen, doch realistisch hat die Kirche wachsende Probleme: Die Priester, denen im Wesentlichen die Sakramentenspendung und die Hauptverantwortung obliegt, sind überlastet. Immer mehr Pfarren haben keinen Priester mehr am Ort und werden nur mitbetreut.

Werden weniger Messen angeboten, verlaufen sich die Gläubigen. Die noch kräftigere Mithilfe der Laien wird zum Muss, ihrer Mitsprache sind aber kirchenrechtliche Grenzen gesetzt.
(DER STANDARD, Printausgabe, 25.3.2002)

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