Prodi: "Ich will keinen Superstaat Europa"

24. März 2002, 21:39
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EU-Kommissionspräsident fordert Gleichberechtigung zwischen großen und kleinen Mitgliedern

Wien - EU-Kommissionspräsident Romano Prodi will "keinen Superstaat Europa". In einem Interview mit der Tageszeitung "Kurier" von Montag definierte Prodi Europa als eine "Union von Minderheiten, in der kein Staat das Kommando führen darf." Dies müsse "vertraglich abgesichert sein", meinte Prodi: "Wir brauchen eine Garantie für die Kleinen."

Prodi sprach sich gegen eine Vorreiterrolle einzelner Staaten aus und zeigte sich eher skeptisch gegenüber der Direktwahl des EU-Kommissionspräsidenten durch die Bürger der Mitgliedsstaaten. Bei der EU-Erweiterung bestätigte er, dass es "bis jetzt ganz danach aussieht, dass beim Gipfel in Kopenhagen im Dezember die Entscheidung für zehn Länder fallen wird." Für Österreich bzw. Wien sieht Prodi eine besondere Rolle als "Treffpunkt für Intellektuelle und ein Studienzentrum zu Osteuropa". (APA)

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