Testarossa auf Börsenkurs

25. März 2002, 10:19
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Ferrari 2001 mit Rekordbilanz - 2003 geht's an die Börse

Das "annus horribilis" 2001 war für Italiens Renn- und Sportwagenfirma Ferrari ein Rekordjahr. In jeder Hinsicht. Nicht nur, dass die Fiat-Tochter zum zweiten Mal in Folge Formel-eins-Weltmeister wurde. Mit einem Absatz von 4289 edlen Superflitzern, einem um 18 Prozent auf eine Milliarde Euro gewachsenen Umsatz und einem auf 47 Millionen Euro mehr als verfünffachten Nettogewinn hat Ferrari neue Rekorde gesetzt.

Die Erfolgssträhne soll 2002, wo eine weitere Ertragsverbesserung geplant ist, fortgesetzt werden. Um im Jahr 2003 bei der Börse vorzufahren, denn Italiens Sport- und Rennwagenunternehmen, zu dem auch die Luxuswagenfirma Maserati zählt, bereitet den Börsegang vor.

Gerade Maserati hat noch Schatten in der Erfolgsbilanz: Bei einem Umsatz von 122 Mio. Euro verzeichnete der in Umstrukturierung befindliche Pkw-Hersteller aus Modena 2001 einen Verlust von 26 Mio. EURO. Ohne Maserati, das in der Ferrari-Bilanz konsolidiert wird, wäre der Ertrag des Formel-1-Gewinners aus Maranello noch besser ausgefallen. Im Jahr 2003 soll aber auch Maserati, dessen Absatz von 1869 Wagen im Vorjahr heuer verdoppelt werden soll, schwarze Zahlen schreiben.

Erfolgsgeschichte

Die Nettoschulden der zu hundert Prozent von Fiat kontrollierten Gruppe beliefen sich im Vorjahr auf 172 Mio. EURO, das operative Ergebnis verbesserte sich mit 62 Mio. EURO um 36 Prozent. Grund für die relativ hohen Verbindlichkeiten war auch der Investitionsaufwand, der 2001 um 77 Prozent auf 225 Mio. EURO kletterte. In den ersten beiden Monaten 2002 setzte Ferrari seinen Erfolgskurs mit einem weiteren Umsatzwachstum von sieben Prozent fort.

Ein guter Zeitpunkt für Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, seine ehrgeizigen Pläne anzugehen: Er will durch einen Börsengang seine Firma auch in die Finanzelite bringen. Der Fiat-Konzern ist auch gewillt, im Jahr 2003 bis zu 30 Prozent der Ferrari-Anteile für die Börse freizugeben. Offen ist auch, ob ein Doppellisting, etwa Mailand und New York, geplant ist. Als sicher gilt, dass Ferrari der Testarossa des Mailänder Aktienmarktes werden könnte.

Parallel dazu will Luca di Montezemolo auch seinen Traum von einem Ferrari-Themenpark verwirklichen. Dafür soll das Ferrari-Museum in Maranello-Modena ausgebaut und eine Mehrzweckbenutzung der Rennpiste in Fiorano ermöglicht werden. Auch das Markenzeichen Ferrari soll verstärkt auf Luxuswaren wie Etuis und Kleinlederwaren kleben. Bereits im Vorjahr hat Luxusschuhhersteller Diego della Valle ("Tod's") Ferrari-Autoschuhe entworfen. Den Anfang machte kürzlich der erste Ferrari-Laden gegenüber der historischen Fabrik. (Standard-Korrespondentin Thesy Kness-Bastaroli, Der Standard, Printausgabe, 25.03.02)

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