USA stationieren Kampfflugzeuge für Bodenkampf in Afghanistan

25. März 2002, 06:00
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Vorbereitung weiterer Angriffe

Bagram - Die USA haben zur Vorbereitung weiterer Angriffe auf Einheiten der El Kaida und der Taliban spezielle Kampfflugzeuge für den Bodenkampf auf dem afghanischen Luftwaffenstützpunkt Bagram stationiert. Die Flugzeuge, deren genaue Zahl nicht bekannt war, sollen von Bagram aus eingesetzt werden, sagte US-Militärsprecher Bryan Hilferty am Sonntag. Sie tragen die offizielle Bezeichnung A-10 "Thunderbolt" (Blitzschlag), werden aber wegen ihres Aussehens "Warthogs" (Warzenschweine) genannt.

Zudem werden in Bagram rund 1.700 britische Soldaten erwartet, die bis Mitte April voll einsatzbereit sein sollen. Von Bagram aus hatten die USA und ihre Verbündeten die "Operation Anaconda" gestartet. Die 17-tägige Schlacht in den Bergen Ostafghanistans wurde nach US-Angaben vor zehn Tagen erfolgreich beendet. Allerdings wurden Zweifel an dieser Darstellung laut.

Kämpfe noch nicht beendet

Die A-10 war bereits in der "Operation Anaconda" eingesetzt worden, allerdings wird sie nun erstmals dauerhaft in Afghanistan stationiert sein. "Wir können schneller reagieren, wenn wir hier sind und können schneller dort sein, wo wir gebraucht werden", sagte Staffelkapitän James Baldwin vom 74. Kampfstaffel. Der Luftwaffenstützpunkt Bagram liegt nahe der Hauptstadt Kabul.

Die Ankunft der "Warzenschweine" und der britischen Soldaten werden als Zeichen gewertet, dass die Kämpfe noch nicht beendet sind. Die britischen Soldaten sind besonders für Kämpfe in Bergregionen ausgebildet und für kaltes Wetter gerüstet. Die Truppenverlegung werde fortgesetzt wie auch die Vorbereitung auf künftige Kampfeinsätze, sagte Hilferty. Ein britischer Militärsprecher begrüßte die Ankunft der "Warthogs".

Die A-10 kann mindestens sechs 225-Kilogramm-Bomben tragen und ist mit einer Revolver-Kanone des Kalibers 30- Millimeter bewaffnet. Sie werden zur Unterstützung von Bodentruppen eingesetzt, da sie sehr wendig sind und tief fliegen können. "Ich habe sie (die Flugzeuge) unter 30 Meter fliegen sehen", sagte Baldwin. Dem Offizier zufolge wurden mit den "Warzenschweinen" rund 200 gegnerische Kämpfer bei der Operation Anaconda getötet. Zudem könnten die Flugzeuge in die Art von Höhlen schießen, die El Kaida und Taliban benutzten.

Afghanischen Militärangaben zufolge ist die Zahl der bei "Operation Anaconda" getöteten El Kaida und Taliban-Kämpfer übertrieben. Vielmehr gehen afghanische Soldaten davon aus, dass etliche Kämpfer fliehen konnten. US-Angaben zufolge wurden nur wenig tote Gegner gefunden, weil einige durch die Bombenangriffe zerrissen wurden. (APA/Reuters)

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