EU-Verhandler: "Slowakische Roma leben in schrecklichen Bedingungen"

24. März 2002, 17:01
posten

Union unterstützt Bildungsprogramme

Preßburg - "Die ethnischen Roma leben in der Slowakei in schrecklichen Bedingungen. Ich war und bin schockiert." Dies sagte Dirk Meganck, der EU-Hauptverhandler mit der Slowakei, am Sonntag in Preßburg. Das Problem gebe es nicht nur in der Slowakei, auch andere Kandidatenstaaten seien mit einer ähnlichen Situation konfrontiert. Es handle sich um ein komplexes soziales, wirtschaftliches und historisches Problem, das jetzt gelöst werden müsse.

Im Jahr 2001 hat die EU-Kommission zehn Millionen Euro für die Roma in der Slowakei im Rahmen des Phare-Programms aufgewendet. "Am dringendsten sind die Probleme mit der Schulbildung der Kinder und die Situation in den Roma-Siedlungen. Wir müssen mindestens einen minimalen Lebensstandard in diesen Siedlungen sicherstellen", erklärte Megaeck.

Nach Angaben des Amtes des Regierungsbeauftragten für die Roma gibt es in der Slowakei 616 Roma-Siedlungen ohne elementare Infrastruktur, in denen ungefähr 126.000 Menschen leben. Mehr als 400 davon befinden sich in der Ostslowakei. Die Arbeitslosigkeit unter Roma ist extrem hoch, in den meisten Siedlungen beträgt sie 100 Prozent. Die einzigen offiziellen Einnahmequellen für die Bewohner sind Sozialbeihilfen und Kindergeld. (APA)

Share if you care.