Batteriewechsel bei GPS-Gerät als Ursache für fehlgeleiteten Bombenangriff

24. März 2002, 16:42
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Fehler mit Ortungsgerät kostet drei US-Soldaten und fünf Afghanen das Leben

Washington - Ein Batteriewechsel an einem GPS-Gerät hat zu einem tödlichen US-Angriff auf eigene Truppen in Afghanistan geführt. Das habe enthüllte ein Mitarbeiter des Pentagon, berichtete am Sonntag die Zeitung "Washington Post". Bei dem fehlgeleiteten Bombenangriff im Dezember waren drei US-Soldaten und fünf Afghanen getötet sowie Dutzende verwundet worden, darunter auch der spätere afghanische Regierungschef Hamid Karsai.

Wie die Zeitung berichtete, sollte die von Satelliten gelenkte Präzisionsbombe eine Taliban-Stellung nördlich von Kandahar zerstören. Der zuständige Luftwaffenkontrollor auf dem Boden hatte Minuten vor dem Abschuss die genauen Längen- und Breitengrade des Taliban-Postens auf seinem tragbaren GPS-Ortungssystem eingegeben, um sie an die Bombe zu übermitteln.

Als er die Daten noch einmal vergleichen wollte, gab die Batterie ihren Dienst auf. Er wechselte die Batterie aus, ohne zu wissen, dass das Gerät so programmiert war, dass es nach einem Neustart automatisch seine eigene Koordinaten weitergab. So sei die Bombe programmiert worden, über den eigenen Truppen niederzugehen. (APA/dpa)

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