Leipziger Buchmesse mit neuem Besucherrekord: 77.000

24. März 2002, 22:51
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Bora Cosic erhielt Buchpreis zur Europäischen Verständigung

Leipzig - Mit 77.000 Besuchern hat die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr einen neuen Rekord erreicht. "Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage in der Buchbranche prägte das Messeklima eine Aufbruchstimmung bei den Verlagen", sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Dieter Schormann, am Sonntag vor Schließung der Buchmesse. Zum Abschluss erhielt der serbische Schriftsteller Bora Cosic den mit 10.000 Euro dotierten Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

Der deutsche Bundestagspräsident Wolfgang Thierse würdigte Cosic als einen der wenigen Intellektuellen, die schon früh auf die explosive Situation auf dem Balkan hingewiesen und sie als Apartheid gebrandmarkt hätten. Der tschechische Dichter und Übersetzer Ludvik Kundera erhielt einen mit 5.000 Euro dotierten Anerkennungspreis für sein Lebenswerk. Der vom Land Sachsen, der Stadt und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels getragene Preis wird seit 1994 alljährlich vergeben und ist für besondere Verdienste um die Verständigung zwischen den europäischen Völkern bestimmt.

35.000 auf Lesefest

Seit Donnerstag sahen sich rund 12.000 Interessenten mehr als im Vorjahr an den Ständen von 1957 Verlagen aus 27 Ländern um. "Die Messe ist als Medienplattform hervorragend angenommen worden", sagte Schormann. So hätten weit über 1.700 Journalisten aus 20 Ländern über den nunmehr auch international etablierten Frühjahrs-Branchentreff von Autoren, Verlagen, Fachbesuchern und lesefreudigem Publikum berichtet. Zudem sei die Zahl der Fachbesucher auf über 19.000 und damit um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wobei immer mehr aus den alten Bundesländern nach Leipzig kämen.

Zum Lesefest "Leipzig liest" kamen insgesamt 35.000 Besucher und damit mehr als im vergangenen Jahr, sagte Projektleiter Eberhard Reimann. Die mehr als 900 Lesungen und Foren mit über 1.000 Akteuren, von Prominenten bis zu Debütanten, boten ein wahres Literaturfestival. Es wirkten unter anderem Günter Grass, Christa Wolf, Per Olov Enquist, Günter de Bruyn, Susan Sontag, Jorge Semprun und der Hollywood-Star Armin Mueller-Stahl mit.

Gut besucht waren nach Angaben der Veranstalter auch die politischen Diskussionsrunden auf der Messe, die sich vor allem mit den Themen Europa, Südosteuropa, Krieg und Frieden beschäftigten. Besuchermagnet für junge Leute war der Comic-Bereich. Erfolge verbuchten ebenso der Bereich buch + art und die parallele Antiquariatsmesse. Knapp 90 Prozent der Aussteller dieses Jahres haben bereits Interesse oder ihr Kommen für die nächste Leipziger Buchmesse (20.-23. März 2003) signalisiert, hieß es. (APA/dpa)

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