Deutsche Bank: Schwieriges Jahr erwartet

25. März 2002, 19:32
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Zusammenschluss mit Lloyds TSB kolportiert

Frankfurt/London/Main - Die Deutsche Bank rechnet 2002 weiter mit einem schwierigen Geschäftsumfeld und schließt eine höhere Risikovorsorge nicht aus. "Für das laufende Geschäftsjahr 2002, das wieder ein schwieriges Jahr zu werden verspricht, fühlen wir uns gut gerüstet", stellte der im Mai ausscheidende Vorstandssprecher Rolf Breuer im am Montag vorgelegten Geschäftsbericht fest.

Außerdem bestätigte das Institut weitgehend seine am 31. Jänner vorgelegten vorläufigen Ergebnisse für 2001. Vor Steuern und dem Effekt aus Änderungen der Bilanzierungsmethode auf die US-Bilanzregeln (US-GAAP) brach der Vorsteuergewinn um knapp 74 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro ein. Nach Steuern ergibt sich ein Gewinnrückgang um zwei Drittel auf 1,4 Mrd. Euro.

Höhere Risikovorsorge nicht ausgeschlossen

Vor allem sinkende Erträge im Kerngeschäftsfeld Investmentbanking sowie die schwache Weltkonjunktur 2001 führten zu dem drastischen Ergebniseinbruch. Für das 2. Halbjahr 2002 prognostiziert das Kreditinstitut eine Belebung der Weltwirtschaft, von der auch die Ertragslage profitieren dürfte.

Angesichts der nach wie vor unsicheren Geschäftsentwicklung ist eine höhere Risikovorsorge im laufenden Jahr nicht ausgeschlossen. "Für die Risikosituation sieht die Deutsche Bank jedoch keine Erholung. Viele Engagements müssen weiterhin mit Sorgfalt und großer Aufmerksamkeit gemanagt werden", heißt es im Geschäftsbericht. 2001 hatte die Bank ihre Risikovorsorge im Kreditgeschäft auf 1.024 (478) Mill. Euro bereits deutlich aufgestockt.

Zusammenschluss mit Lloyds

Die britische Großbank Lloyds TSB verhandelt angeblich wieder mit der Deutschen Bank über einen Zusammenschluss. Die Londoner Zeitung "The Independent on Sunday" berichtet, die neuen Verhandlungen seien möglich geworden, weil die Führung der Deutschen Bank nun eine Verlegung der Firmenzentrale von Frankfurt nach London nicht mehr ablehne. Ein Sprecher der Deutschen Bank in Frankfurt wollte am Sonntag zu möglichen Verhandlungen keine Stellung nehmen. (APA/Reuters)

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