Erneut Christen auf den Molukken ermordet

24. März 2002, 15:18
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Rückschlag für Friedensvereinbarung

Jakarta - Auf der indonesischen Molukken-Insel Ambon sind erneut zwei Christen ermordet worden, ein 46-jähriger Mann und seine 15-jährige Tochter. Die beiden seien vor einer Woche als vermisst gemeldet worden, jetzt seien die Leichen nahe der mehrheitlich von Christen bewohnten Ortschaft Hative Besar entdeckt worden, meldet der vatikanische Missionsnachrichtendienst "Fides". Es handle sich um den ersten schweren Zwischenfall seit der jüngsten Friedensvereinbarung vom 12. Februar.

Der Mordanschlag sei ein "Attentat auf den Frieden", betont "Fides" unter Berufung auf Kirchenvertreter auf den Molukken. In der Provinz versuchten mehrere Extremistengruppen durch Gewaltaktionen das Abkommen zu unterlaufen.

Die unter Schirmherrschaft der indonesischen Zentralregierung erreichte Friedensvereinbarung vom 12. Februar sollte die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen beenden. Dabei waren in den vergangenen drei Jahren 13.500 Menschen getötet worden.

Die ostindonesische Inselgruppe ist eine traditionelle Wirkungsstätte christlicher Missionare aus Europa und Australien. In den vergangenen Jahren waren militante Anhänger der Extremistengruppe Laskar Jihad aus anderen Landesteilen auf die Molukken gebracht worden. Der Vatikan beklagte wiederholt die "ethnischen Säuberungen". (APA)

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