Übernahme des ISAF-Kommandos durch Türkei weiterhin fraglich

24. März 2002, 15:16
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Briten bleiben länger Führungsmacht der Afghanistan-Schutztruppe

London - Großbritannien wird länger als geplant Führungsmacht der rund 4000 Soldaten zählenden Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) bleiben. Außenminister Jack Straw sagte am Sonntag im britischen Fernsehsender BBC, die für April vorgesehene Übergabe des Kommandos an die Türkei stehe nach wie vor in Frage. Die Türkei zögere aus wirtschaftlichen Gründen, das Kommando zu übernehmen und befinde sich deswegen in Gesprächen mit den USA.

Auf die Frage, ob er sicher sei, dass die Türkei das Kommando schließlich doch übernehmen werde, sagte Straw: "Man kann in diesem Leben niemals irgendwie sicher sein. Jedenfalls nicht, bis die Dinge im Detail festgelegt sind. Aber sie (die Türken) wollen das machen, wenn die Bedingungen stimmen." US-Vizepräsident Richard Cheney hatte bei seinem Besuch in Ankara am vergangenen Dienstag der Türkei knapp 230 Millionen Dollar Finanzhilfe für die Führung der Afghanistan-Schutztruppe zugesichert und betont, dass das ISAF-Mandatsgebiet auf die Hauptstadt Kabul beschränkt bleiben soll. Cheneys Türkei-Besuch endete jedoch mit einem diplomatischen Eklat, nachdem der türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit die Zusage Washingtons verkündet hatte, in nächster Zeit keine Militäraktion gegen den Irak zu planen. Keineswegs habe er Ecevit ein solches Versprechen gegeben, ließ der US-Vizepräsident bei der Abreise verlauten. (APA/dpa)

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