Neue Normen für Annullierung kirchlicher Ehen

24. März 2002, 15:13
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"Psychische Unfähigkeit" wichtiges Kriterium für Nichtigkeitsbefund

Vatikanstadt - Neue Normen für die Annullierung von kirchlich geschlossenen Ehen sollen bald von der römisch-katholischen Kirche veröffentlicht werden. Das kündigte laut Kathpress der zuständige Kurienkardinal Francesco Pompedda an. Im Rahmen eines Kongresses an der Päpstlichen Lateranuniversität sagte Pompedda, dass der neue Text den aus dem Jahr 1936 stammenden ersetzt. Die neuen Normen seien von einer Arbeitsgruppe mehrerer vatikanischer Kongregationen erarbeitet worden.

Verfahren vor der 1331 gegründeten Rota Romana, dem kirchlichen Berufungsgericht für Ehenichtigkeitsverfahren, können bisher bis zu zwanzig Jahre dauern. Die Unauflöslichkeit der Ehe ist einer der Grundpfeiler der katholischen Morallehre. Aber manche Ehe ist gar keine in den Augen der Kirchenjuristen, wie etwa jene von Prinzessin Caroline von Monaco mit Philippe Junot, die der Vatikan annullierte. Die häufigsten Entscheidungen betreffen die "Unfähigkeit, wesentliche eheliche Verpflichtungen zu übernehmen". Mit der Begründung einer solchen "psychischen" Eheunfähigkeit wird vor allem in den USA, aber auch in Europa, häufig eine Ehenichtigkeit begründet. (APA)

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