Deutscher Telekom-Chef Sommer vor turbulenter Hauptversammlung

24. März 2002, 13:42
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Schrumpfender Kurs verärgert Anleger - Aktionärsschützer schließen Verweigerung der Entlastung nicht mehr aus

Angesichts von Milliardenverlusten, hohen Schulden, Kurseinbruch und gekürzter Dividende droht dem Chef der Deutschen Telekom, Ron Sommer, Ende Mai eine mehr als turbulente Hauptversammlung. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" schließen die großen Aktionärsvereinigungen nicht mehr aus, dass dem Vorstand des Telekommunikationsgiganten am 28. Mai 2002 die Entlastung verweigert wird.

"Ob das Management die Probleme lösen kann?"

Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz wird von der Zeitung mit den Worten zitiert: "Wie können wir vor dem Hintergrund der Geschehnisse und der desaströsen Kursentwicklung den Vorstand entlasten?" Zwar fordere die DSW nicht die Ablösung Sommers, weil dies keine Lösung für die Probleme der Telekom bringe. Aber der Vorstand müsse endlich seine Bringschuld einlösen. "Die Frage wird jetzt immer stärker in den Vordergrund treten, ob das Management die Probleme lösen kann. Es hat sich bisher gezeigt, dass dies nicht der Fall ist", sagte Tüngler.

Der gröbste Schnitzer

Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre erklärte laut "Welt am Sonntag": "Wir werden voraussichtlich die Entlastung verweigern." Der seiner Meinung nach gröbste Schnitzer Sommers sei der "exorbitant überteuerte" Einkauf des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream für 28 Mrd. Dollar (31,8 Mrd. Euro) gewesen, sagte Straub.

In der Anfang März vorgestellten Bilanz 2001 hatte die Deutsche Telekom erstmals seit dem Börsengang rote Zahlen ausgewiesen. Der Verlust im Jahr 2001 summierte sich auf 3,5 Mrd. Euro. Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr soll um 40 Prozent auf 37 Cent gekürzt werden.(APA/AP)

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