Verkehrschaos in Tirol auf Fernpassroute

24. März 2002, 13:37
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Kettenpflicht in Vorarlberg - 50 Zentimeter Neuschnee seit Samstag

Innsbruck/Bregenz - Der Wintereinbruch hat auch am Sonntag in Tirol ein Chaos auf den Straßen verursacht. Der Verkehr auf der Fernpassstrecke im Außerfern ist teilweise erneut zum Stillstand gekommen, schilderte Bezirkskommandant Egon Lorenz gegenüber der APA die dramatische Situation.

In beiden Richtungen sei der Verkehr entweder lahm gelegt oder zähfließend. Dadurch seien auch die Räumfahrzeuge in ihrer Arbeit behindert. Der Hauptgrund dafür sei die "nach wie vor schlechte" Winterausrüstung der Urlauber. Bereits am Vorabend hatte sich die Situation derart zugespitzt, dass kein Weiterkommen mehr möglich war. Ab Mitternacht mussten für etwa 380 Personen, darunter 30 Kinder, in Reutte in der Hauptschule und bei der Rettung Notquartiere zum Übernachten eingerichtet werden, führte Lorenz aus. Ab etwa 4.00 Uhr seien die ersten Reisenden bereits wieder hinter dem Steuer gesessen, um zu ihren Urlaubsquartieren zu gelangen.

Wiederholung nicht ausgeschlossen

Auch für Sonntag sei die Wiederholung einer derartigen Situation nicht auszuschließen. Mit Verkehrslenkungsmaßnahmen, zusammen mit deutschen Kollegen, versuche man, die nachkommenden Urlauber aus Deutschland zu einem großräumigen Ausweichen zu bewegen. Gemieden werden soll vor allem die Fernpassroute, appellierte Lorenz. Besser sei es über Garmisch-Seefeld nach Tirol einzureisen, bzw. eine heutige die Anreise zu verschieben.

Auf den übrigen Hauptdurchzugsstraßen vermeldete der ÖAMTC reges, aber störungsfreies Verkehrsaufkommen. Behinderungen auf Grund der starken Schneefälle gebe es vor allem im Bereich Außerfern, im Großraum Innsbruck sowie im Unterland. Winterausrüstung sei für alle Fahrten notwendig, die Mitnahme von Ketten wurde "dringend" angeraten. Auf der A 12 der Inntalautobahn wurden die Autofahrer vor Schneematsch bzw. einer abschnittsweisen Schneefahrbahn zwischen Kufstein und Innsbruck gewarnt. Gleiches gelte für die A 13, der Brennerautobahn, zwischen Matrei und Brenner.

Winter- und Sicherheitssperren seien nach Angaben des ÖAMTC über die Silvretta-Hochalpenstraße, die Timmelsjoch-Hochalpenstraße, dem Hahntennjoch und Staller Sattel verhängt worden. Die Pitztal Landesstraße sei wegen Lawinengefahr zwischen Mandarfen und Mittelberg unpassierbar. Der Pitztaler Gletscher sei jedoch über eine Umleitung erreichbar.

50 zentimeter Neuschnee in Vorarlberg

Rund 50 Zentimeter Neuschnee sind seit Samstag im Arlberggebiet und Hinteren Bregenzerwald gefallen. Sämtliche höher gelegene Bergstraßen in diesen Regionen sind nur mit Winterreifen befahrbar. Die Gendarmerie rät den Autofahrern, Schneeketten mitzuführen. Auf der Arlbergstraße sind am Samstag zahlreiche Autos "hängen geblieben". In Stuben kam es zu Karambolagen, bei denen aber niemand verletzt wurde und nur geringer Sachschaden entstand.

Die Lage am Sonntag: Die Arlbergpass-Straße ist ab Stuben nur mit Winterreifen befahrbar, Lkw benötigen Ketten. Zürs und Lech sind über die Flexenpass-Straße ab Stuben nur mit Winterreifen bzw. Ketten erreichbar. Im Hinteren Bregenzerwald herrscht auf der Verbindung Schröcken - Hochtannberg - Warth Winterreifen- bzw. Kettenpflicht. Im Großwalsertal ist die Verbindung Fontanella - Faschina nur mit Winterreifen bzw. Ketten befahrbar. Wintersperre herrscht auf der Silvretta-Hochalpenstraße von Partenen bis Galtür. Die Straße über das Furkajoch von Bad Laterns bis Damüls und die Lechtalstraße von Warth bis Lech sind ebenfalls den ganzen Winter über gesperrt. (APA)

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