"Grundstock zur Armutsbekämfung gelegt"

24. März 2002, 15:04
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UNO-Konferenz zur Finanzierung der Entwicklungshilfe in Monterrey zu Ende gegangen

Monterrey - Nach neuen Hilfszusagen der Europäischen Union und der USA ist die UNO-Konferenz zur Finanzierung der Entwicklungshilfe im mexikanischen Monterrey mit einem positiven Ausblick zu Ende gegangen. Bei dem fünftägigen Gipfel sei der Grundstock gelegt worden, um die Armut in der Welt zu bekämpfen, hieß es am Wochenende zum Abschluss des Treffens.

Die reichen und die armen Länder hätten einen neuen Handel zur Bekämpfung der Armut geschlossen, sagte der Gastgeber der Konferenz, der mexikanische Präsident Vincente Fox. Industrienationen und Entwicklungsländer seien eine neue Verpflichtung eingegangen. Die Konferenzteilnehmer verabschiedeten zum Abschluss eine Erklärung, die den Abbau von Handelsschranken, mehr ausländische Investitionen, Schuldenerlass und zusätzliche Entwicklungshilfe vorsieht. Die Entwicklungsländer wurden aufgefordert, die Finanzhilfen wirkungsvoller einzusetzen.

Handelsbarrieren abbauen

Die Konferenz ging auf die Initiative von UNO-Generalsekretär Kofi Annan zurück und sollte die Finanzierung der Ziele des UNO-Gipfels 2000 in New York in die Wege leiten. Damals hatten die 189 Mitglieder der Vereinten Nationen beschlossen, die Zahl derjenigen, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, bis 2015 um die Hälfte zu verringern. Derzeit leben rund 1,2 Milliarden Menschen in solcher Armut. Zudem sollen verstärkt die Immunschwäche AIDS bekämpft und allen Menschen eine grundlegende Schulbildung ermöglicht werden.

As besondere Bedeutung der Konferenz bezeichneten die Staats- und Regierungschefs die erreichte Übereinstimmung darin, dass die wohlhabenden Länder die Pflicht hätten, Handelsbarrieren abzubauen, während die ärmeren Länder zugleich sicher stellen müssten, dass die Entwicklungshilfen wirkungsvoller eingesetzt würden und zu greifbaren Ergebnissen führten. Dies bedeute auch, dass Korruption verstärkt bekämpft werden müsse.

Zusätzliches Hilfsprogramm

US-Präsident George W. Bush kündigte bei der Konferenz ein zusätzliches Hilfsprogramm im Umfang von zehn Milliarden Dollar (rund 11,3 Milliarden Euro) für die kommenden drei Jahre an. Er werde den Beginn der Zahlungen vorziehen und die ersten Raten innerhalb des nächsten Jahres bereitstellen, sagte Bush am Freitag. Die Bekämpfung der Armut sei ein Teil seiner Antwort auf den internationalen Terrorismus. Er stellte den Entwicklungsländern zusätzliche Hilfen in Aussicht, wenn sie ihre Märkte öffnen und Reformen vorantreiben. "Wir müssen weitere Hilfe an politische, rechtliche und wirtschaftliche Reformen knüpfen", sagte Bush.

Die Europäische Union hatte vor der Konferenz angekündigt, ihre Entwicklungshilfe von 0,33 auf 0,39 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu erhöhen. Die Entwicklungshilfe der EU soll kontinuierlich bis im Jahr 2006 auf zusätzliche sieben Milliarden Dollar (rund acht Milliarden Euro) steigen. Im Jahr 2000 hatte die EU etwas mehr als 25,4 Milliarden Dollar (etwa 28,9 Milliarden Euro) an Entwicklungshilfe bereitgestellt. (APA/Reuters)

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