Hochwasser auf dem Rückzug - Schneechaos im Westen

24. März 2002, 15:37
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Hunderte Urlauber in Tirol in Notquartieren

Wien - Das Hochwasser im Osten Österreichs hat über das Wochenende den Rückzug angetreten. Die Pegel der großen Flüsse sanken langsam, aber stetig. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bundesheer und Straßenmeisterei begannen mit den Aufräumarbeiten. In den nächsten Tagen werden die Gemeinden anfangen, die Schäden an Gebäuden, Straßen und in der Landwirtschaft zu erheben. Den Westen des Landes hat unterdessen in der Nacht auf Sonntag ein Wintereinbruch überrascht. Starke Schneefälle führten zu chaotischen Zuständen auf den Straßen, Urlauber auf dem Weg in ihre Ferienquartiere mussten in Notunterkünfte ausweichen.

Ausweichen

Am Sonntag wurde in Tirol versucht, mit Verkehrslenkungsmaßnahmen zusammen mit deutschen Kollegen die nachkommenden Urlauber aus Deutschland zu großräumigem Ausweichen zu bewegen. Unbedingt gemieden werden sollte die Fernpassroute. Besser sei es, über Garmisch-Seefeld nach Tirol zu fahren, bzw. die Anreise zu verschieben. Winterausrüstung war für alle Fahrten notwendig, die Mitnahme von Ketten wurde "dringend" angeraten. Winter- und Sicherheitssperren sind über die Silvretta-Hochalpenstraße, die Timmelsjoch-Hochalpenstraße, dem Hahntennjoch und Staller Sattel verhängt worden. Die Pitztal Landesstraße war wegen Lawinengefahr zwischen Mandarfen und Mittelberg unpassierbar. Der Pitztaler Gletscher war über eine Umleitung erreichbar.

In Salzburg musste die Tauernautobahn (A 10) am Samstag kurz vor 20.00 Uhr in Fahrtrichtung Süden für Stunden gesperrt werden, weil zahlreiche Lkw und Pkw vor dem Tauerntunnel hängen geblieben waren und kreuz und quer auf der Fahrbahn standen. Die Lawinengefahr hat sich wie in Tirol erheblich erhöht. Die Hochkönig Straße (B 164) zwischen Mühlbach und Dienten über den Dientner Sattel musste deswegen gesperrt werden. In den hochalpinen Lagen habe es seit Samstag 50 bis 110 Zentimeter Neuschnee gegeben, meldete der Lawinenwarndienst am Sonntag. "Die Gefährdung ist in den Nordalpen und den Hohen Tauern groß", wurde vor Unternehmungen in hochalpinen Lagen abgeraten. Auch in den Pinzgauer Grasbergen und den Niederen Tauern bestand eine erhebliche Gefährdung. (APA)

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