Regierung kritisiert Demo

23. März 2002, 21:01
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Lega Nord: "Die Gewerkschaften haben Hass gesät"

Rom - Die italienische Regierung hat die Massendemonstration gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes in Rom kritisiert. "Die Demonstration ist nichts anderes als eine Kraftprobe unter den verschiedenen Teilen der italienischen Linken. Die Kundgebung ist ein Sieg der Gewerkschaften, der Anti-Globalisierungs-Bewegung und der Altkommunisten", kommentierte Wirtschaftsminister Giulio Tremonti in einem Interview mit dem Staatsender RAI 3.

Tremonti bestritt, dass die von der Regierung geplante Reform Unternehmern freie Hand bei der Entlassung von Personal geben werde. "Wer bereits von dem Gesetz geschützt ist, hat nichts zu befürchten. Wer keine Arbeit hat, kann mit den flexibleren Maßnahmen leichter eine Stelle finden", sagte Tremonti.

"Die Regierung lässt sich nicht beeinflussen

Eine heftige Attacke gegen die Gewerkschaften, die am kommenden Dienstag mit der Regierung zu Verhandlungen zusammenkommen werden, richtete die rechtspopulistische Lega Nord, die drittstärkste Partei im Regierungsbündnis von Silvio Berlusconi. "Die Gewerkschaften haben Hass gesät, der den Boden für den Mord an dem Regierungsberater Marco Biagi bereitet hat. Sie können bei der Demonstration jetzt keine Slogans gegen den Terrorismus rufen", sagte der Fraktionschef der Lega Nord in der Abgeordnetenkammer, Alessandro Ce.

In Regierungskreisen bestritt man, dass der Erfolg der Massendemonstration die bevorstehenden Verhandlungen beeinflussen werden. Die Koalition habe die notwendige Kraft, um im Parlament ihre Reformen voranzutreiben. "Die Regierung lässt sich nicht beeinflussen. Die Italiener haben Berlusconi gewählt, der seine Pläne klar vorgestellt hat", sagte ein enger Mitarbeiter des Regierungschefs.(APA)

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