Jüdischer Weltkongress lobt Schweiz für Aufarbeitung ihrer Vergangenheit

23. März 2002, 20:06
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Dennoch handle es sich um "eine vernichtende historische und moralische Anklage"

New York - Der Jüdische Weltkongress (WJC) hat die Schweiz für die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit zur Zeit des nationalsozialistischen Deutschlands gelobt. Der am Freitag veröffentlichte Bergier-Schlussbericht stelle der Schweiz allerdings ein "sehr schlechtes Zeugnis" aus. Elan Steinberg vom World Jewish Congress sprach von "einer vernichtenden historischen und moralischen Anklage, die das Zeugnis der Holocaust-Opfer und deren Erben untermauert".

Die Schweiz dürfe heute aber stolz sein, "dass sie den Mut hatte, ihre Vergangenheit unter die Lupe zu nehmen, um ihre Lektionen für kommende Generationen zu lernen", erklärte Steinberg weiter. Nach dem Bericht hat die Schweiz den deutschen Nazimachthabern im Zweiten Weltkrieg in großem Umfang Devisen beschafft und Rüstungsgüter geliefert. Durch ihre harte Asylpolitik sollen die Eidgenossen Tausenden von Flüchtlingen die Rettung verweigert haben. (APA/sda)

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