Brasilien: Landlose beenden Besetzung von Präsidentenfarm

25. März 2002, 15:56
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Forderung nach Bodenzuteilung - 16 Personen verhaftet

Rio de Janeiro - Rund 500 landlose Bauern haben in Brasilien eine Farm von Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso für rund 20 Stunden besetzt. Wie die Nachrichtenagentur "Estado" berichtete, erklärten die Angehörigen der "Bewegung der Landlosen Bauern" (MST) - darunter Hunderte von Frauen und Kindern - die Aktion für beendet, nachdem die Behörden mit einer gewaltsamen Räumung der "Fazenda" etwa 250 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Brasilia gedroht hatten.

Rund 300 der Besetzer verließen das Landgut den Angaben zufolge bereits am Samstag nach Einbruch der Dunkelheit und errichteten in etwa 300 Meter Entfernung ein Lager. Zeitweilig hätten die Landlosen sogar mit einer "Verbrennung" der Farm gedroht und unter anderem das Präsidenten-Schlafzimmer besetzt, hieß es. Die MST fordert eine Beschleunigung der Agrarreform.

Hunderte von Polizeibeamten hielten unterdessen die 1100 Hektar große Präsidentenfarm in der Nacht zum Sonntag weiter umzingelt. Trotz der friedlichen Räumung der Farm wurden mindestens 16 Personen verhaftet und in die Hauptstadt Brasilia gebracht. Sicherheitsminister General Alberto Cardoso hatte mit dem Einsatz der Streitkräfte gedroht, während Präsident Cardoso in Brasilia eine Krisensitzung mit engsten Beratern abhielt. (APA/dpa)

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