Sharon: Reiseerlaubnis für Arafat nur nach Terror-Ende

24. März 2002, 14:09
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Israels Kabinett debattiert über Zinni-Mission

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon will dem in Ramallah unter Hausarrest stehenden palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat die Ausreise aus den Palästinensergebieten so lange nicht gestatten, als Extremisten weiter Anschläge auf Israelis verüben. Dies sagte Sharon am Sonntag während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. Anschließend versammelte Sharon das Kernkabinett zu einer Debatte über die Vermittlungsmission des US-Gesandten Anthony Zinni und die gespannte Lage in der Region.

Vermutlich palästinensische Extremisten hatten zuvor bei einem Überfall auf einen Siedler-Bus nördlich von Ramallah im Westjordanland eine 23-Jährige getötet. Bei nachfolgenden Suchaktionen nach den Tätern erschossen israelische Soldaten einen palästinensischen Polizisten. Nach Angaben aus Militärkreisen hatte der Polizist zuerst geschossen. Israelis und Palästinenser wollten am Sonntag unter Vermittlung Zinnis ihre Verhandlungen über eine Waffenruhe fortsetzen. Aus Sharons Büro verlautete, der Premier wolle in letzter Minute entscheiden, ob Arafat am Mittwoch am Gipfel der Arabischen Liga in Beirut teilnehmen könne. Auch die Palästinenser hatten gesagt, Arafat wolle erst im letzten Moment entscheiden, ob er nach Beirut reise. Er fürchte, Sharon könne ihm die Rückkehr in die Autonomiegebiete verweigern. (APA)

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