"Bekämpfung der organisierten Kriminalität" - adressiert an die katholische Kirche ...

23. März 2002, 16:43
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Klage gegen Priester wegen sexuellen Missbrauchs in Missouri eingebracht: Kritik an "Verschwörung des Schweigens"

Washington - Mit einer Klage vor einem Gericht im US-Bundesstaat Missouri haben Anwälte die katholische Kirche in den USA mit der Mafia verglichen. Sie reichten am Freitag eine Klage gegen katholische Priester wegen sexuellen Missbrauchs ein, die sich auf ein Bundesgesetz zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität beruft. Innerhalb der Hierarchie der katholischen Kirche habe es eine "Verschwörung" des Schweigens gegeben, um Priester zu schützen, die Kinder missbrauchten, heißt es in der Klage.

"Hier geht es nicht nur um drei Diözesen und einen Bischof, sondern um jeden Bischof", sagte Anwalt Jeffrey Anderson. Er vertritt einen 34-Jährigen, der dem ehemaligen Bischof von Palm Beach, Anthony O'Connell, sexuellen Missbrauch vorwirft. O'Connell habe ihn als Seminaristen seit seinem 14 Lebensjahr bis ins Erwachsenenalter missbraucht. In der am Freitag eingereichten Klageschrift werden zudem die Diözesen Jefferson City (Missouri), Palm Beach (Florida) und Knoxville (Tennessee) sowie frühere Vorgesetzte O'Connells verklagt. O'Connell war zu Beginn des Monats von seinem Amt zurückgetreten.

Kritiker warfen den Anwälten Missbrauch des Gesetzes vor. "Das ist das falsche Mittel für ein zugegebenermaßen abscheuliches Verbrechen", sagte der Vorsitzende der katholischen Liga in New York, William Donohue. O'Connells ehemalige Diözesen mit in die Klage einzubeziehen, schade den unschuldigen Mitarbeitern dort. Eine Organisation für Missbrauchsopfer von Priestern begrüßte den Schritt dagegen. Seit Januar traten in 17 US-Diözesen Dutzende von Priestern wegen Missbrauchsvorwürfen zurück oder wurden suspendiert. Papst Johannes Paul II. hatte den Missbrauch angeprangert. (APA)

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