Libanesischer Staatspräsident: Niemand unterstützt die USA

23. März 2002, 16:05
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Lahoud: USA dürfen israelischen Staatsterror nicht hinnehmen

Beirut/Riad/Kairo - Kein Mitglied der Arabischen Liga ist nach den Worten des libanesischen Staatspräsidenten Emile Lahoud bereit, den Kurs der USA gegen den Irak mitzusteuern. In dieser Frage bestehe schon vor Beginn der arabischen Gipfelkonferenz in der kommenden Woche in Beirut Einigkeit, hob Lahoud in einem am Samstag von der saudiarabischen Presse veröffentlichten Interview hervor. Als Gastgeber und Vorsitzender des Gipfeltreffens forderte Lahoud Washington auf, seine "Politik des Messens mit zweierlei Maß zu beenden und den von Israel praktizierten Staatsterrorismus nicht hinzunehmen".

Er wandte sich laut der Tageszeitung "Al Riad" gegen den von US-Präsident George W. Bush gebrauchten Slogan der "Achse des Bösen", der die öffentliche Meinung Amerikas und des Westens beeinflusse. Es gehe nicht an, "im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus Verbrechen zu verüben". Deshalb werde kein arabischer Staat die USA bei einem "Angriff gegen arabisches Territorium" unterstützen, betonte der libanesische Präsident.

Saudiarabischer Kronprinz präsentiert Friedensvorschlag Auf dem Gipfeltreffen in Beirut will der saudiarabische Kronprinz Abdullah seinen Nahost-Friedensvorschlag präsentieren, der die Anerkennung Israels durch die gesamte arabische Welt sowie Sicherheitsgarantien für den jüdischen Staat bei der vollständigen Räumung der 1967 eroberten Gebiete zum Inhalt hat. Voraussetzung ist, dass Israel die Teilnahme des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat an dem Gipfel ermöglicht.

Die Arabische Liga ist ein 1945 geschaffener Zusammenschluss von heute 22 Staaten, einschließlich des 1988 von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ausgerufenen Staates Palästina. (Die PLO war als solche bereits 1976 Vollmitglied der Liga geworden.) Zu den Gründungsmitgliedern Ägypten, Irak, Jemen, Jordanien, Libanon, Saudiarabien und Syrien kamen später Algerien, Sudan, Libyen, Marokko, Tunesien, Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mauretanien, Somalia, Dschibuti und die Komoren hinzu.

Das Büro des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak hat am Samstag einen Bericht des arabischen TV-Senders "Al Jazeera" (Katar) dementiert, wonach Mubarak nicht am Beiruter Gipfel teilnehmen wolle. Dieses Gerücht entbehre jeder Grundlage, hieß es in Kairo. Alle arabischen Staatsoberhäupter mit Ausnahme des irakischen Staatschefs Saddam Hussein und des libyschen Revolutionsführers Muammar Gaddafi, die Stellvertreter entsenden wollen, haben ihre Teilnahme angekündigt. (APA/AFP/Reuters)

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