Frankreich wird militanten Abtreibungsgegner an USA ausliefern

23. März 2002, 15:54
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James Kopp soll einen Arzt erschossen haben, der Abtreibungen vornahm

Paris - Der französische Premierminister Lionel Jospin hat nach Angaben der US-Botschaft in Paris der Auslieferung des militanten Abtreibungsgegners und mutmaßlichen Mörders James Kopp an die USA zugestimmt. Jospin habe am Freitag eine entsprechende Anweisung unterzeichnet, hieß es. Kopp kann gegen die Entscheidung jedoch Berufung beim französischen Staatsrat oder dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einlegen.

Kopp steht im Verdacht, im Oktober 1998 im US-Staat New York einen Arzt erschossen zu haben, der Abtreibungen vornahm. Er weist die Vorwürfe zurück. Drei Jahre zuvor soll er in Kanada drei Mediziner verletzt haben. Kopp war während seiner zweieinhalbjährigen Flucht eine der meistgesuchten Personen der USA.

Im Juni hatte sich ein Gericht in Rennes für Kopps Auslieferung ausgesprochen. Es stützte sich auf eine Zusicherung seitens der amerikanischen Botschaft, dass dem Beschuldigten in den Vereinigten Staaten nicht die Todesstrafe drohe. US-Justizminister John Ashcroft hat bereits zugesagt, keine Todesstrafe gegen den im März vergangenen Jahres in der Bretagne gefassten Kopp zu beantragen. Frankreich weigert sich, Verdächtige auszuliefern, denen in ihrer Heimat die Hinrichtung droht. (APA/AP)

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