Berichte über angeblichen Abhörskandal bei Europol

24. März 2002, 16:58
4 Postings

Mitarbeiter sollen belauscht und E-Mails kontrolliert worden sein - Polizeibehörde dementiert

Die europäische Polizeibehörde Europol in Den Haag ist nach einem Zeitungsbericht in einen umfangreichen Abhörskandal verwickelt. Europol-Direktor Jürgen Storbeck lasse die Telefone der Mitarbeiter abhören und auch den persönlichen E-Mail- Verkehr kontrollieren, schreibt die Tageszeitung "De Telegraaf" am Samstag. Die Zeitung bezieht sich auf Aussagen von Mitarbeitern. Danach sei auch in Privatcomputer eingebrochen und Privatdokumente von Mitarbeitern seien kontrolliert worden.

"Die Spannungen innerhalb der Organisation nehmen zu"

"Die Spannungen innerhalb der Organisation nehmen zu", erklärte der Vorsitzende der niederländischen Polizeigewerkschaft, Hans van Duin, der Zeitung. Er habe von Einbrüchen in Computer und Abhören von Telefongesprächen gehört, erklärte er. "Ich kann darüber nicht mehr sagen, um keinen in Schwierigkeiten zu bringen." Er bestätigte, dass kürzlich 120 Europol-Mitarbeiter Mitglied der Gewerkschaft geworden sind. Europol-Sprecher Wenning nannte diese Eintrittswelle "absolut normal". "Dies hat nichts mit Spannungen innerhalb der Organisation zu tun, sondern mit ihrer jungen Geschichte."

"Sehr strenge Sicherheitsbestimmungen"

Die europäische Polizeibehörde Europol in Den Haag hat den Zeitungsbericht dementiert. Europol-Direktor Jürgen Storbeck habe nie angeordnet, Telefone der Mitarbeiter abzuhören und persönliche E-Mails zu kontrollieren, erklärte Europol- Sprecher Rainer Wenning am Samstag. Allerdings gebe es "sehr strenge Sicherheitsbestimmungen".(APA/dpa)

Share if you care.