Bush: Treffen Arafat-Cheney liegt an Arafat

23. März 2002, 14:08
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Bedingung ist weiterhin Akzeptanz von Waffenstillstandplan - Kein Ergebnis bei Gespräch zwischen israelischen und palästinensischen Sicherheitsvertretern

Monterrey/Jerusalem - Ein Treffen zwischen Palästinenser-Präsident Yasser Arafat und US-Vizepräsident Dick Cheney ist nach den Worten von US-Präsident George W. Bush weiterhin möglich. "Ein Treffen kann stattfinden, wenn Präsident Arafat handelt, (wenn er) tut, was er tun sollte", sagte Bush am Freitag in Monterrey auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem mexikanischen Präsidenten Vicente Fox. Cheney habe die Bedingungen dargelegt, sagte Bush.

Der US-Vizepräsident hatte sich bei seiner zehntägigen Reise durch die Region in der vergangenen Woche, die ihn in zahlreiche arabische Staaten und nach Israel führte, geweigert, Arafat zu treffen. Cheney stellte jedoch ein solches Treffen in Aussicht, wenn Arafat für die Durchsetzung des Waffenstillstandsplans des CIA-Chefs George Tenet sorge. Die Gewalt im Nahen Osten müsse aufhören oder sehr deutlich zurückgehen, damit beide Seiten ernsthaft über eine politische Lösung des Konflikts verhandeln könnten, hatte Bushs Sprecher Ari Fleischer zuvor betont. Dabei hänge sehr viel von Arafat ab.

Kein Ergebnis bei Gespräch zwischen Sicherheitsvertretern

Bei einem Gespräch zwischen israelischen und palästinensischen Sicherheitsvertretern war am Freitag beiden Seiten zufolge kein konkretes Ergebnis erzielt worden. Es sei lediglich über die unterschiedlichen Vorstellungen von einer Waffenruhe geredet worden, sagte ein hochrangiger palästinensischer Sicherheitsvertreter nach dem Treffen. Aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete, ein nächstes Treffen sei am Sonntag möglich.

Nach palästinensischen Angaben wurden Samstag Früh zwei Palästinenser von Israelis tötet. Ein Zwischenfall habe sich beim Flüchtlingslager Rafah bei einer israelischen Razzia ereignet. Dabei seien auch eine Fabrik und drei Häuser zerstört worden. Ein zweiter Palästinenser sei von israelischen Soldaten unweit einer jüdischen Siedlung im Gaza-Streifen erschossen worden. Die israelische Armee teilte mit, Truppen hätten im Gebiet des Flüchtlingslagers nach Tunneln gesucht, durch die Waffen in den Gaza-Streifen geschmuggelt würden. Die Feuergefechte dauerten nach Augenzeugenberichten die ganze Nacht. Ein vier Jahre altes Mädchen, das am Donnerstag von israelischen Soldaten angeschossen worden war, sei in Rafah seinen Verletzungen erlegen, teilte das dortige Krankenhaus mit.

Israel knüpft Reise Arafats an Eindämmung der Gewalt

Die israelische Regierung knüpft die Reiseerlaubnis für Palästinenser-Präsident Yasser Arafat zum Gipfel der Arabischen Liga in Beirut an die Entwicklung der kommenden Tage. Die kommenden 48 Stunden seien entscheidend, um Arafats Willen zu einem Stopp der Gewalt zu testen, sagte Regierungssprecher Arieh Mekel am Samstag in Jerusalem. Vor einer Auslandsreise Arafats müsse zunächst der Tenet-Plan zur Umsetzung einer Waffenruhe greifen. Dies sei auch der Standpunkt der USA, sagte Mekel weiter. (APA/Reuters/dpa)

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