Dänischer Bus stürzt 30 Meter in die Tiefe

23. März 2002, 14:09
posten

Unfall in Bayern fordert 45 Verletzte

Inzell - Bei einem schweren Busunglück auf schneeglatter Straße sind am Samstag im Berchtesgadener Land 45 Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, verletzt worden. Unter den Unfallopfern waren auch fünf Schwerverletzte. Der 50 Jahre alte Fahrer hatte im Schneematsch auf der Bundesstraße 305 nahe Inzell die Kontrolle über das voll besetzte Fahrzeug verloren. Der Bus stürzte an einer Böschung 30 Meter in die Tiefe.

Die Betroffenen

Die meisten der aus Skandinavien stammenden Opfer im Alter von sechs bis 56 Jahren waren Kinder und Jugendliche auf einer Wintersportreise, so die Polizei. Der dänische Reisebus kam zwischen Inzell im oberbayerischen Landkreis Traunstein und Schneizlreuth im Berchtesgadener Land von der Straße ab und prallte zunächst gegen eine Felswand. Dann stürzte er eine 30 Meter tiefe, steile Böschung hinab, kippte um und blieb auf der Seite liegen.

Vier Reisende wurden eingeklemmt und mussten von Rettungsdiensten aus den Fahrzeugtrümmern befreit werden. Fünf Fahrgäste wurden mit schweren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht. 40 der insgesamt 45 Reisenden aus Norwegen, Schweden und Dänemark erlitten Schnittwunden und Prellungen.

Fahrer nahezu unverletzt

Die beiden Fahrer, mit denen der Bus vorschriftsmäßig besetzt war, blieben nahezu unverletzt. Die Ursache für das Unglück war zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft veranlasste die Sicherstellung des Busses und gab ein technisches Gutachten in Auftrag. Alkohol scheide nach Angaben der Polizei als Unfallursache jedoch "auf jeden Fall" aus. "Es war halt glatt", sagte ein Sprecher.

Die Rettungskräfte der Region kamen zum Großeinsatz. "Wir konnten verhindern, dass bei den Skiurlaubern Panik ausbricht", sagte ein Polizeisprecher. Ein Kriseninterventionsteam des Bayerischen Roten Kreuzes betreute die Reisenden am Unglücksort und versorgte sie mit Decken und heißem Tee. Anschließend wurden die Verunglückten, die ambulant behandelt werden konnten, in ein Heim des Roten Kreuzes in Bad Reichenhall gebracht.

Der Bus war am Freitagnachmittag nahe Kopenhagen gestartet. Ziel der Wintersport-Reise sollte der Skiort Maria Alm im Salzburger Land sein. Die Bundesstraße 305 blieb während der Rettungs- und Bergungsarbeiten weiträumig abgesperrt. (APA/dpa)

Share if you care.