Gauner des elften September

23. März 2002, 11:37
posten

Betrüger hatten als "unechte Hinterbliebene" mit falschen Todesscheinen satte Entschädigungen ergaunert

New York - Betrüger haben sich in New York mit gefälschten Todesscheinen Gelder aus den Hilfsfonds für die Hinterbliebenen der Anschläge des 11. September ergaunert. Wie die Staatsanwaltschaft des Bezirks Manhattan am Freitag mitteilte, wurden 23 Verdächtige angeklagt. Sie sollen fälschlicherweise behauptet haben, ihre Familienangehörigen seien bei den Anschlägen auf das World Trade Center ums Leben gekommen.

15 von ihnen gelang es den Angaben zufolge, Entschädigungen von insgesamt 760.465 Dollar (862.499 Euro) ausgezahlt zu bekommen. Dabei handelte es sich im Einzelfall um Summen von 1.000 bis 272.800 Dollar. Den acht weiteren mutmaßlichen Betrügern legten die Ermittler demnach das Handwerk, bevor sie Geld erhalten hatten.

Eine Angeklagte soll behauptet haben, ihr Kind sei ums Leben gekommen; sie habe es zu einem Bewerbungsgespräch in das World Trade Center mitgenommen. Ein anderer Mann soll sich einen Bruder, eine Nichte und einen Neffen als Anschlagopfer erfunden haben. Die Betrüger gehörten laut Staatsanwaltschaft nicht zu einer gemeinsamen Gruppe, sondern agierten unabhängig voneinander. Ihnen drohen Haftstrafen von bis zu neun Jahren. (APA/AFP)

Share if you care.