Diamantenschürfer von Indigenenland am Amazonas vertrieben

23. März 2002, 13:32
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Behörde spricht von hohen Umweltschäden

Rio de Janeiro - In einer groß angelegten Aktion haben die brasilianischen Behörden mit der Vertreibung von Diamantensuchern begonnen, die sich illegal auf Indigenenland im Amazonasgebiet aufhalten. Nach Angaben der Indigenenbehörde vom Freitag wurden binnen zwei Tagen rund 1.300 Diamantensucher in Gewahrsam genommen und 2.000 wertvolle Steine sowie mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt.

Insgesamt sollen etwa 3.000 Edelsteinschürfer auf das Gebiet des Roosevelt-Reservats im Staat Rondonia vorgedrungen sein, wo das Volk der Cintas Largas lebt. Im vergangenen Jahr bauten die Schürfer in der Region nach Schätzungen der brasilianischen Polizei Diamanten im Wert von 50 Millionen Dollar (56,7 Mill. Euro) ab.

Ein Sprecher der Indigenenbehörde erklärte, die Schürfer hätten eine 30 Kilometer lange und 50 Meter breite Fläche entlang des Roosevelt-Flusses aufgegraben und damit enormen Umweltschaden im dichten Urwald angerichtet. Einigen der Diamantenschürfer drohen Anklagen wegen illegalen Edelsteinabbaus und Ausbeutung von Indigenen. Das Reservat liegt 2.200 Kilometer nordwestlich von Rio de Janeiro nahe der bolivianischen Grenze. (APA/AP)

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