Dutzende Oppositionsführer in Pakistan festgenommen

24. März 2002, 15:06
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USA rufen Botschaftspersonal aus Islamabad zurück

Islamabad - Dutzende Spitzenpolitiker der wichtigsten pakistanischen Oppositionspartei sind am Samstag in Lahore festgenommen worden. Damit sollte in der Stadt nahe der indischen Grenze eine Großdemonstration verhindert werden, bei der die Allianz für die Wiederherstellung der Demokratie den Sturz des Militärmachthabers General Pervez Musharraf fordern wollte. Dieser hat seit Beginn einer Regierungsoffensive gegen islamische Extremisten am 12. Jänner keine Genehmigungen für Großkundgebungen mehr erteilt.

Musharraf, der im Oktober 1999 in einem unblutigen Putsch an die Spitze Pakistans gelangte, plant in Kürze ein Referendum, in dem er sich die Fortsetzung seiner Präsidentschaft bestätigen lassen will. Damit könnte er die vom Obersten Gerichtshof für Oktober angeordnete Wahl umgehen, was allerdings eine Verfassungsänderung erforderlich machen würde. Die Opposition hat diese Pläne scharf verurteilt.

Unterdessen wies das US-Außenministerium eine Reihe von Konsulats- und Botschaftsangestellten in Pakistan aus Sicherheitsgründen zum Verlassen des Landes an. Neben Beschäftigten der Botschaft in Islamabad sind auch Mitarbeiter der Konsulate in Lahore, Karachi und Peshawar davon betroffen. Außenminister Colin Powell setzte Musharraf telefonisch von der Entscheidung in Kenntnis. Die US-Botschaft und die Konsulate sollen jedoch weiter geöffnet bleiben.

In Pakistan kam es in jüngster Zeit zu einer Reihe politisch motivierter Anschläge, bei denen auch zwei Amerikaner ums Leben kamen. Die pakistanischen Behörden untersuchen nun, ob die Aktionen möglicherweise mit dem Terrornetzwerk El Kaida in Verbindung stehen. Pakistan hatte das Taliban-Regime in Afghanistan jahrelang unterstützt, sich nach den Anschlägen vom 11. September aber der Anti-Terror-Allianz unter Führung der Vereinigten Staaten angeschlossen. (APA/AP)

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