Frauen-Pensionsalter: Klare Mehrheit gegen Anhebung

24. März 2002, 10:31
1 Posting

Integral-Umfrage: Nur 37 Prozent für Zusatzpension aus Abfertigungsanspruch

Wien - Eine klare Mehrheit der Österreicher lehnt eine Anhebung des Frauen-Pensionsalters ab. Nach einer Integral-Umfrage (502 Interviews) für die Sonntag-Ausgabe des "Kurier" lehnen 53 Prozent die Anpassung an das Pensionsalter der Männer überhaupt ab. Dem stehen nur 15 Prozent gegenüber, die die beschlossene Regelung der stufenweisen Anhebung des Pensionsantrittsalters für Frauen ab 2019 begrüßen. 28 Prozent sind der Ansicht, das Antrittsalter für weibliche Pensionisten solle früher als geplant angepasst werden.

Während zwei Drittel der weiblichen Befragten der Ansicht sind, das unterschiedliche Pensionsantrittsalter solle nicht geändert werden, spricht sich nur ein Drittel der Männer gegen die Angleichung aus. Überraschend hoch ist die Bereitschaft zur freiwilligen Weiterarbeit. Immerhin 46 Prozent der befragten Berufstätigen geben an, sie würden auch nach Erreichen des Pensionsantrittsalters gern einer beruflichen Tätigkeit nachgehen (10 Prozent Vollzeit und 36 Prozent Teilzeit). 51 Prozent wollen nicht weiter arbeiten.

In Grenzen hält sich die Bereitschaft, die geplante neue Abfertigungsregelung für eine Zusatzpension zu nutzen. Vor die Wahl gestellt, bei Kündigung durch den Arbeitgeber die Abfertigung zu konsumieren oder die Ansprüche mitzunehmen und später als Pension zu beziehen, würden nur 37 Prozent die Zusatzpension wählen. 57 Prozent würden sich die Abfertigung auszahlen lassen.

EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich in der Vorwoche in Brüssel für eine Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters um fünf Jahre bis 2010 ausgesprochen und für eine raschere Angleichung des gesetzlichen Pensionsalters der Frauen an jenes der Männer.(APA)

Share if you care.