Autodiebstahl: Audi und VW hoch im Kurs

23. März 2002, 13:51
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Zahl der Kfz-Diebstähle nimmt laufend ab

Wien - Es werden den Österreicherinnen und Österreichern von Jahr zu Jahr weniger Autos gestohlen. Und zwar sowohl im Inland als auch im Ausland. Diese erfreuliche Bilanz zog VP-Innenminister Ernst Strasser am Freitag bei der Präsentation der jüngsten Daten über Kfz-Diebstähle. Im Jahr 2001 wurden in Österreich 5623 Autodiebstähle registriert. Das sind 612 Fälle weniger als im Jahr zuvor. Der Ressortchef sprach von einem "positiven Trend".

Österreich liege weiterhin "im unteren Drittel der EU-Mitglieder". Noch bessere Ergebnisse sollen erweiterte Fahndungsmethoden, verstärkte Zusammenarbeit mit den Nachbarländern und technische Aufrüstung bringen. Seit 1997 sei die Anzahl der Kfz-Diebstähle laufend zurückgegangen, so Strasser.

Die beliebtesten Marken der Autodiebe sind VW, Audi, Mercedes, BMW, Opel, Ford und Skoda. Nicht ganz die Hälfte aller gestohlenen Fahrzeuge taucht wieder auf: Die Aufklärungsquote lag 2001 bei 44,2 Prozent und ist seit Jahren konstant. 3140 Kfz blieben verschwunden. Wird einem der Wagen im Ausland gestohlen, stehen die Chancen mit einer Aufklärungsquote von fünf bis sieben Prozent ungleich schlechter. Im Jahr 2000 wurden 1860 in Österreich registrierte Wagen im Ausland gestohlen, im Vorjahr waren es 1407. Besonders gefährdet ist, wer mit VW, Audi oder Mercedes ins Ausland fährt. Die meisten der im Ausland bestohlenen Österreicher büßten ihre Wagen in Ungarn und der Slowakei ein.

Dass weniger Fahrzeuge gestohlen wurden, führte Strasser nicht zuletzt auf die Zusammenarbeit der heimischen Behörden mit der Polizei der Nachbarn Ungarn, Tschechien, Slowakei, Slowenien sowie Polen zurück.

Grenzüberschreitend

In den kommenden zwei Jahren will der Innenminister die mit diesen Ländern vereinbarten Sicherheitspartnerschaften verwirklichen. So sollen österreichische Beamte bei der Verfolgung von Straftätern nicht an der Grenze Halt machen müssen und die Grenzgendarmen mit ihren ausländischen Kollegen gemeinsame Patrouillen durchführen können. Der verstärkte Streifendienst bleibt aufrecht.

Bessere Aufklärungsquoten soll auch eine "Erfindung" heimischer und deutscher Spezialisten bringen: Die "Europäische Fahrzeug Identifizierungs Datei" (EUFID) ermöglicht es, gestohlene Kfz und falsche Dokumente zu erkennen, sagte Herwig Haidinger, Leiter der Gruppe Kriminalpolizei. Derzeit werden die Daten italienischer und schwedischer Fabrikate gespeichert, bald soll EUFID im gesamten EU-Raum verwendet werden. (fei/DER STANDARD, Printausgabe 23./24.03.2002)

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