Hundehalterin des Totschlags schuldig

22. März 2002, 21:31
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USA: Kampftiere zerfleischten die Nachbarin

Los Angeles - Des Totschlags schuldig gesprochen wurde in Los Angeles eine Hundebesitzerin, deren Tiere eine Nachbarin zerfleischt hatten. Damit verhängten am Donnerstagabend die Geschworenen des Gerichts das bisher härteste Urteil gegen HundehalterInnen in Kalifornien.

Die 46-jährige Rechtsanwältin Marjorie Knoller, zudem wegen Besitzes gefährlicher Hunde und fahrlässiger Tötung für schuldig befunden, muss mit einer Haftstrafe zwischen 15 Jahren und lebenslang rechnen. Ihr Ehemann Robert Noel, 60 Jahre alt und ebenfalls Rechtsanwalt, war während der Attacke nicht am Tatort. Dennoch wurde auch er, als Mitbesitzer der Hunde, mitverantwortlich gemacht und könnte dafür bis zu vier Jahre Strafhaft zugesprochen bekommen.

Im Januar 2001 war die 33-jährige Dianne Whipple im Stiegenaufgang ihres Apartmenthauses von den Kampfhunden angefallen worden. In dem mehrwöchigen Prozess um den tödlichen Angriff wur-den Großaufnahmen des blutüberströmten Opfers und grausige Einzelheiten gezeigt.

"Zeitbombe"

Die Anklage verglich die Hunde, Kreuzungen aus Presa Canario und Mastiff, mit einer "Zeitbombe". Die BesitzerInnen seien sich ihrer "gefährlichen Waffe" bewusst gewesen. Viele ZeugInnen berichteten von wiederholten Zwischenfällen mit den aggressiven Tieren. Die Verteidigung stellte die Attacke als "tragischen Unfall" dar. Zu diesem Zweck kroch auch Knollers Verteidigerin Nedra Ruiz auf allen Vieren durch den Gerichtssaal, um die Situation zu verdeutlichen. Die Besitzerin beteuerte, sie habe sich zwischen die Hunde und das Opfer geworfen, um die Nachbarin zu schützen. Die grässlichen Umstände hatten weltweit für Schlagzei-len gesorgt. Am Tatort waren einige Polizisten vom Anblick der zerstückelten Frau derartig schockiert, dass sie danach psychologische Betreuung in Anspruch nahmen. (DER STANDARD, Printausgabe 23./24.03.2002)

Pitbullterrier
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