Rettungsplan für Kirch erarbeitet

22. März 2002, 19:53
posten

Banken wollen weitere 600 Mio Euro zur Verfügung stellen

Über die Rettungsversuche für die hochverschuldete KirchGruppe gab es am Freitagabend widersprüchliche Einschätzungen. Die Verhandlungen zwischen dem Medienunternehmen und seinen Gläubigerbanken werden nach Einschätzung von Finanzkreisen auch an diesem Wochenende noch zu keinem Ergebnis führen, erfuhr vwd. Dagegen berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Samstagsausgabe, für die KirchGruppe sei ein Rettungsplan erarbeitet worden. Gleichzeitig räumt der Bericht jedoch unter Berufung auf die beteiligten Finanzinstitute ein, dass noch großer Diskussionsbedarf über das Konzept bestehe.

Beteiligung der Banken

Die KirchGruppe blieb am Freitagabend auf Nachfrage bei ihrer Position, dass Beziehungen zu Gläubigerbanken nicht kommentiert würden. "Es sind 100 kleine Fragen zu klären, bis eine Lösung stehen wird", hieß es in Finanzkreisen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehe eine Beteiligung der Gläubigerbanken an der KirchGruppe im Zuge einer Kapitalerhöhung. Es sei aber noch nicht klar, bei welchem Unternehmen des Konzerns die Beteiligung erfolgen soll, sagte ein Sprecher der Commerzbank. Ob Kredite direkt in Eigenkapital umgewandelt werden, oder ob zufließende Barmittel für die Anteile an Kirch zur Tilgung der Kredite genutzt werden sollen, sei ebenfalls noch nicht entschieden, hieß es weiter.

Banken wollen weitere 600 Mio Euro zur Verfügung stellen

Die HypoVereinsbank AG, die Commerzbank AG, die DZ Bank AG und die Bayerische Landesbank sind dem Zeitungsbericht zufolge bereit, weitere 600 Millionen Euro teilweise als Kredit bzw. als Kapitalbeteiligung an der KirchMedia zur Verfügung zu stellen. Durch den Einstieg werde der Anteil von Leo Kirch und seines Sohnes Thomas von derzeit 79 Prozent auf unter 50 Prozent sinken. Möglicherweise soll der Bankenanteil von einem Treuhänder verwaltet werden, der von den Banken und Kirch gemeinsam eingesetzt werde. (APA)

Share if you care.