Gehrer wehrt sich gegen Vorwürfe

22. März 2002, 20:53
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Ministerin betont ihr Entgegenkommen

Wien - Der Vorwurf zieht sich relativ flächendeckend über die heimische Universitätslandschaft: Das Bildungsressort sei mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf zur Unversitätsorganisationsreform trotz langer Diskussionsphase über alle "drübergefahren". Dagegen wehrt sich nun Ministerin Elisabeth Gehrer und zählt auf, wo sie ihren Verhandlungspartnern entgegengekommen ist: So sei die Frauenförderung in vollem Umfang berücksichtigt worden. Das Ministerium wird - anders als geplant - keinen "Leistungsauftrag" an die Universitäten erteilen können. (Zwischen Uni und Ressort werden aber "Leistungsvereinbarungen" ausgehandelt.)

Bei Rektor und Institutsvorstand soll es eine "doppelte Legitimation" geben (allerdings nicht - wie von Rektoren gefordert - beim Unirat). Eine Abberufungsmöglichkeit für Mitglieder des Unirates wurde in den Entwurf aufgenommen. In den Senat werden auch befristete Professoren gewählt werden können. Zum Grundbudget kämen überdies noch Gehaltserhöhungen sowie die notwendigen Mittel für die Sozialabgaben (der künftigen Angestellten) dazu. Es gebe kein gedeckeltes Budget, richtet Gehrer ihren Kritikern aus.

Dennoch zeigte sich der stellvertretende SP-Parteivorsitzende und frühere Wissenschaftsminister (1983 bis 1987) Heinz Fischer "enttäuscht" über die Reform. Er vermutet eine "Absicht, die Unis stärker an Vorgaben der Regierung zu binden". Der künftige Universitätsrat (von der Regierung als "Aufsichtsrat" für die dann autonome Universität installiert) bilde "das trojanische Pferd gegen die klassische Hochschulautonomie". Die nächste Bundesregierung werde diese Reform wohl "entsorgen" müssen. (DER STANDARD - Print-Ausgabe, 23./24.3.2002, mon/APA)

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