Annan fordert langfristige UNO-Präsenz in Afghanistan

22. März 2002, 17:56
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Vereinte Nationen warnen vor neuen Spannungen

New York/Genf - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat sich für eine langfristige Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan aus Sorge um die politische Stabilität des Landes und zur Beschleunigung seines Wiederaufbaus ausgesprochen. "Um die Wunden zu heilen, die 23 Jahre Krieg gerissen haben", sei ein langfristiger Einsatz nötig, schrieb Annan in seinem jüngsten Bericht über die Lage in Afghanistan am Freitag an den UNO-Sicherheitsrat.

In dem Bericht empfiehlt Annan die Einrichtung einer "UN Assistance Mission in Afghanistan" (UNAMA) unter Führung seines Sonderbeauftragten Lakhdar Brahimi. Der frühere algerische Außenminister war der Architekt des Bonner Abkommens über die Zukunft Afghanistans. Nach Annans Vorschlag sollte die Mission auf zwei "Säulen" ruhen - eine für politische Angelegenheiten und die andere für humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau.

Der neue UNO-Sonderkoordinator für Inlandsflüchtlinge in Afghanistan, Kofi Asomani, warnte unterdessen vor neuen ethnischen Spannungen im Land wegen der großen Zahl von Vertriebenen im Inland. Rund eine Million Binnenflüchtlinge seien noch nicht an ihre alten Wohnorte zurückgekehrt, sagte Asomani in Genf. Sie lebten in großen Lagern vornehmlich im Norden des Landes. "Wir haben Informationen über ethnische Diskriminierungen, die neue Spannungen schaffen."

Asomani forderte eine nationale Sicherheitstruppe nach dem Vorbild der internationalen Schutztruppe ISAF in Kabul. Auch die Zahl der Rückkehrer aus dem Ausland nimmt nach seinen Informationen zu: Allein 80.000 afghanische Flüchtlinge seien binnen drei Wochen über eine Transitstelle im Nordwesten Pakistans zurückgekehrt. Zudem wanderten Minderheiten ständig in Regionen ab, in denen ihre eigene Ethnie in der Mehrheit sei. Das sei vor allem unter den Paschtunen im Norden Afghnistans und im benachbarten Pakistan zu beobachten. (APA/dpa)

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