Größter Flugsaurier der Welt entdeckt

26. März 2002, 20:36
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Paris - Forscher aus Rumänien und Frankreich entdeckten in Transsylvanien die versteinerten Reste des wohl größten Flugsauriers der Welt. Mit dem spektakulären Fund gingen sie nun an die Öffentlichkeit.

Die Echsen hatten eine Spannweite von mindestens zwölf Metern, mehr als manches Kleinflugzeug. Getauft wurden sie jetzt auf den wissenschaftlichen Namen Hatzegopteryx thambema - nach der Fundstelle im Hatzeg-Becken im Westen Rumäniens und den griechischen Wörtern für "Flügel" und "Monster".

Zuerst für einen "gängigen" Dino gehalten

Allein der robuste Schädel von Hatzegopteryx thambema dürfte drei Meter lang gewesen sein, erzählt der französische Paläontologe Eric Buffetaut, der das Tier mit zwei rumänischen Kollegen in der April-Ausgabe der Zeitschrift "Naturwissenschaften" beschreibt. Zusammen mit einigen Studenten seiner Uni Bukarest hatte Dan Grigorescu die Schädelreste und ein Beinfragment schon 1978 frei gelegt. Doch Professor Grigorescu tat die Knochen erst einmal beiseite; er hielt sie für Überbleibsel eines "gängigen" Dinosauriers - zweibeinig und Fleisch fressend.

Erst Ende der neunziger Jahre holte der Rumäne seinen Saurier-Fund wieder hervor. Er bemerkte den ungewöhnlichen leichten Knochenbau und einen großen Kamm auf dem Knochen, den er bisher für einen Oberarm gehalten hatte. Sollte es sich um einen Flugsaurier handeln? , fragte sich Grigorescu und rief seinen Kollegen Buffetaut zur Hilfe. Bei Untersuchungen in Bukarest bestätigte der Experte des Pariser Forschungsinstitutes Centre national de la recherche scientifique (CNRS) den Verdacht: Die Knochenstrukturen boten Platz für die kräftigen Muskeln eines Flugapparates und ähnelten denen bisher bekannter Flugechsen wie der in den fünfziger Jahren in Jordanien gefundenen Gattung Arambourgiania oder dem 20 Jahre später in Texas ausgebuddelten Quetzalcoaltus mit zehn bis elf Metern Spannweite.

Knochenaufbau zum Fliegen

Für Buffetaut steht dieser Knochenaufbau hinter dem Rätsel, warum das riesige Tier sich trotz seines massigen Schädels in die Lüfte erheben konnte: Leicht und stark belastbar sei diese Struktur, vergleichbar mit Polystyrolschaum. (APA)

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