Steigende Nutzung von Frauenberatungs- zentrum ISIS

22. März 2002, 16:29
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Anzahl der betreuten Mädchen hat sich seit 1996 verzehnfacht

Im vergangenen Jahr 2001 haben insgesamt 3022 Frauen und Mädchen persönlich an ISIS-Veranstaltungen oder Beratungen teilgenommen. Auf das Jahr umgerechnet sind das rund 16 Frauen und Mädchen pro Tag (180-ISIS Werktage), die sich auf den Weg gemacht haben, um sich persönlich mindestens eine Stunde lang gesundheitsfördernde Informationen, Hilfestellungen oder Beratung bei ISIS oder ISIS-Veranstaltungen auf dem Land abzuholen. Rund ein Drittel der Frauen und Mädchen stammen aus den Regionen, zwei Drittel aus der Stadt Salzburg.

Beratung zu Essstörungen - der Bedarf steigt

1000 Mädchen in Stadt und Land nutzten Aufklärungsgruppen und Vorträge zum Thema Essstörungen – somit verzehnfachte sich die Anzahl der von ISIS betreuten Mädchen in fünf Jahren. Bei den 474 Einzelberatungen waren die häufigsten Probleme Lebenskrisen (Beziehungsprobleme,Überforderung, Erschöpfungszustände) und Essstörungen. In den vergangenen sechs Jahren baten sieben mal mehr Frauen um Hilfe, als noch 1996 zu Beginn der Arbeit des Frauengesundheitszentrums.

Doppel- und Dreifachbelastung für Frauen

Diese Tatsache wirft die Frage auf, ob sich mehr Frauen "trauen" um Hilfe zu bitten, oder ob sich insgesamt die Situation für Frauen so verschlechtert hat. Mag. Aline Halhuber-Ahlmann, Geschäftsführerin des Frauengesundheitszentrums ISIS erklärt diese Steigerungen: "Die grosse Nachfrage dürfte sich einerseits daraus ergeben, dass mehr Frauen das Frauengesundheitszentrum kennen, andererseits ist bei unserer Arbeit aber auch deutlich erkennbar, dass Frauen unter größerem Druck stehen. Die Anforderungen des Umfelds, aber auch der Frauen an sich selbst, sind höher geworden: Liebevolle pädagogisch-geschulte Mutter, schöne begehrenswerte Gattin, flinke und unauffällig werkende Hausfrau, durchsetzungsfähige, erfolgreiche und effektiv arbeitende Berufstätige und Bürgerin, die Einsparungen der Politik im Familienbudget ausgleicht – das ist alles ein bisschen viel für ein Frauenleben. Seelische und auch Körperliche Beschwerden sind die Folge. ISIS kann den Frauen zwar nichts abnehmen, aber wir unterstützen bei individuellen Wegen aus diesem Dilemma. Damit Frauen nicht erst Krankwerden müssen, um entlasstet zu werden." (red)

Homepage

Das neue Programm und Tätigkeitsbericht 2001 kann bei ISIS angefordert werden.
Tel.: 0662 44 22 55
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