China: Uniformierte fahnden nach Flüchtlingen

22. März 2002, 15:11
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Nordkoreanische Geheimdienstagenten versetzen Dorfbewohner in Panik

Peking - Nordkoreanische Geheimdienstagenten in Uniform haben nach Angaben eines Arztes in grenznahen chinesischen Dörfern mit der Suche nach flüchtigen Landleuten begonnen. Chinesische Dorfbewohner seien regelrecht in Panik, weil die Sicherheitsbeamten offen Patrouille in ihren Ortschaften liefen, berichtete ein deutscher Arzt am Freitag in Peking. Der Mediziner betreut von der südkoreanischen Hauptstadt Seoul aus nordkoreanische Flüchtlinge. Die Beamten seien von der nordkoreanischen Behörde für nationale Sicherheit nach China entsandt worden, erklärte der Arzt unter Berufung auf anonyme Quellen weiter.

Nach Angaben einer Kirchenmission vom Mittwoch begannen Behörden der beiden Nachbarländer mit 150 Agenten eine regelrechte "Großjagd" nach Flüchtlingen aus Nordkorea. Besonders in den Provinzen Jilin, Heilongjang und Liaoning sollen sich zehntausende Nordkoreaner verstecken. Am Montag war eine Gruppe von 25 Nordkoreanern in Seoul angekommen. Die sechs Familien und zwei Waisen waren in der vergangenen Woche in die spanische Botschaft in Peking eingedrungen und hatten mit Selbstmord gedroht, sollte China sie nach Nordkorea ausliefern. Daraufhin hatte China ihnen die Ausreise nach Südkorea über die Philippinen genehmigt. (APA)

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