US-Großstudie: Lungenkrebs und Luftverschmutzung hängen zusammen

22. März 2002, 15:14
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In Würzburg wollen Mediziner die Ursachen bösartiger Lungentumore entschlüsseln

Chicago/Würzburg - Zwischen anhaltender Luftverschmutzung und Lungenkrebs besteht ein Zusammenhang. Das bestätigte eine groß angelegte Studie, die die Daten von mehr als einer halben Million Amerikanern auswertete. Verglichen wurden die Krankheitsgeschichten der rund 500.000 Personen und die Luftqualität in ihren etwa 100 Wohnorten über 16 Jahre hinweg bis 1998.

Die Wissenschafter der Brigham Young University und der New York University stellten fest: Die Zahl derer, die an Lungenkrebs starben, stieg mit der Stärke der Luftverschmutzung - bei einem Anstieg der Luftbelastung um zehn Mikrogramm pro Kubikmeter wurde eine achtprozentige Zunahme der Todesfälle gefunden. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Zeitschrift des Amerikanischen Medizinerverbands veröffentlicht.

Gentechnik zum Aufspüren der Ursachen bösartiger Lungentumore

Mit Hilfe genetisch veränderter Mäuse wollen Würzburger Mediziner die Ursachen bösartiger Lungentumore entschlüsseln. Die Wissenschafter wollen die für den Krebs verantwortlichen Gen-Schäden ermittelt und damit die Therapie der Tumore verbessern.

Dabei seien vor allem Moleküle entscheidend, die zum Absterben von Tumorzellen führen. Zudem sollen die Schlüsselfaktoren der Metastasen-Bildung identifiziert werden. Den Wissenschaftern zufolge führt in den meisten Fällen eine Kombination geschädigter Gene zur Bildung bösartiger Lungentumore. Dazu gehöre die ständige Aktivität des so genannten Krebs-Gens sowie ein Fehler im Gen, das normalerweise unkontrolliertes Zellwachstum blockiere.

In Deutschland sterben jedes Jahr rund 30.000 Menschen an Lungenkrebs. (APA/AP)

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