Gelähmte Britin gewinnt Kampf um ihr "Recht auf Sterben "

22. März 2002, 14:49
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Gerichtsverfahren vom Krankenbett aus - Beatmungsmaschine darf abgeschaltet werden

Eine etwa 40 Jahre alte Britin, die nach einer Querschnittslähmung nur noch mit einem Beatmungsgerät am Leben gehalten wird, hat einen ungewöhnlichen Kampf um ihr "Recht auf Sterben" gewonnen.

Ein Richter des High Court (Oberstes Zivilgericht), Anwälte und Sachverständige versammelten sich am Krankenbett der Patientin in einer Londoner Klinik. Sie trug dort unter Berufung auf die Europäische Menschenrechtskonvention ihre Gründe dafür vor, dass die Ärzte ihr Beatmungsgerät abstellen sollen.

Besserungschance von "weniger als einem Prozent"

Die unverheiratete und kinderlose Frau, die nach medizinischer Auskunft eine Besserungschance von "weniger als einem Prozent" hat, verfolgte die anschließenden Verhandlungen vor dem High Court über eine Video-Verbindung. Nach ihrer Ansicht hat sie auf Grund der Artikel 3 und 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention das Recht, die Abschaltung des Beatmungsgeräts zu fordern. Die beiden Artikel garantieren den Respekt von Privat- und Familienleben und den Schutz vor "entwürdigender Behandlung".

Nach den Worten ihres Anwaltes Richard Stein handelt es sich in dem bisher in Großbritannien einmaligen Fall nicht um ein Euthanasiebegehren. Seine Mandantin verlangte von den Ärzten nicht, ihr Leben zu beenden, sondern habe "im vollen Besitz ihrer geistigen Kräfte entschieden, dass sie mit den jetzigen Einschränkungen nicht weiter leben will", erklärte der Anwalt.

Richterin gab Forderung "Sterben in Würde" statt

Die Richterin Elizabeth Butler-Sloss gab am Freitag dem Wunsch der 43-Jährigen statt, das für sie lebenswichtige Beatmungsgerät abzuschalten. Auf diese Weise könne die Patientin ihr Leben in Frieden und mit Würde beenden, begründete die Richterin ihre Entscheidung.

Ärzte hatte sich aus ethischen Gründen gegen Abschaltung ausgesprochen

Die behandelnden Ärzte hatte sich aus ethischen Gründen gegen eine Abschaltung ausgesprochen und weitere Therapien gefordert. (APA)

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