Online-Medien werden zur "vierten Kraft"

22. März 2002, 14:24
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Studie: Potenzial derzeit unterschätzt - Gute Aussichten für Online-Werbung - Nur kleine "Marktnischen" für kostenpflichtige Angebote

Wien - Online-Medien etablieren sich als "vierte Kraft" neben Presse, Radio und Fernsehen und werden bis 2005 ihren festen Platz im Medienmix des Publikums erobern. Zu dieser Einschätzung kommt der aktuelle Mediareport zum Thema Online-Medien des Schweizer Prognos Instituts. Darüber hinaus habe Online-Werbung "weitaus bessere" Marktchancen als bisher angenommen, so eine weitere gute Nachricht laut Aussendung. Kleiner Wermutstropfen: Kostenpflichtigen Angeboten sieht das Institut nur "kleine Marktnischen" offen stehen.

Untersucht wurden im vorliegenden Report die Perspektiven bis 2005 - und die seien besser, als derzeit angenommen: "Ebenso, wie am Ende der neunziger Jahre die Marktperspektiven von Online-Medien maßlos überschätzt wurden, werden die Aussichten heute im Allgemeinen unterschätzt", so Josef Trappl, Leiter des Prognos-Beratungsbereichs Medien. Allerdings habe der Einbruch der Werbemärkte im zweiten Halbjahr 2001 den Kreis der Online-Anbieter mit publizistischem Content im Internet "merklich ausgedünnt". Die verbleibenden Medien seien "erheblich verunsichert". Dennoch seien gerade jetzt die Chancen für die Etablierung von Online-Medien bei einem wachsenden Publikum "ausgezeichnet".

"Erholung ist Frage der Zeit"

Auch die Erholung des Online-Werbemarkts ist laut Prognos nur noch eine Frage der Zeit. "Die Werbewirtschaft hat in einem irrationalen Reflex auf den schleppenden Wirtschaftsgang reagiert und ist in die sicheren Werte Fernsehen und Print geflüchtet. In den nächsten Jahren wird das Pendel zurückschlagen", so Prognos. Daher wird ein "überdurchschnittliches Wachstum" für Online-Werbung vorhergesagt.

Der Verkauf von publizistischem Content an Enduser wird aber nach Ansicht des Prognos-Instituts "auf kleine Marktnischen beschränkt" bleiben. "General-Interest-Inhalte haben kaum eine Chance auf direkte Finanzierung durch die Internet-User", so das Urteil von Prognos. Daher wird "vor einem übereilten Umstieg auf ein Pay-Modell, das viele User verärgert und im schlimmsten Fall das Image der Offline-Marke beschädigen kann". (APA)

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