Direktinvestitionen vor neuem Boom

22. März 2002, 18:10
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Rückgang war nur vorübergehend

Wien - Nach einem starken Rückgang 2001 und einer Stagnation 2002 sollen die weltweiten Direktinvestitionen (FDI - Foreign Direct Investment) ab 2003 wieder deutlich zunehmen. In den nächsten fünf Jahren werde das Volumen an globalen Investitionen den weltweiten Handel und auch das Produktionsvolumen übersteigen. Damit bleiben Direktinvestitionen die treibende Kraft der Globalisierung, geht aus der jüngsten Studie der Forschungsabteilung der Wochenzeitschrift "The Economist" - Economist Intelligence Unit (EIU) hervor.

Die weltweiten Investitionen sind im Vorjahr vom Rekordwert 1,3 Bill. Dollar (1.475 Mrd. Euro/20.295 Mrd. S) um 40 Prozent auf 781 Mrd. Dollar eingebrochen. Das war der erste Rückgang an Direktinvestitionen seit 1991 und das größte Minus im Jahresvergleich in den vergangenen 30 Jahren. Betroffen waren vor allem Industrieländer, in denen um fast 50 Prozent weniger investiert wurde. Die Investitionen sind - parallel zu grenzüberschreitenden Fusionen oder Firmenübernahmen - von 1,06 Bill. Dollar auf geschätzte 544 Mrd. Dollar 2001 deutlich gefallen. Dies sei jedoch auf Grund der gebremsten Weltwirtschaft und der Entwicklung an den Börsen keine Überraschung gewesen, so die Studie.

"Vorübergehende Delle" Die Delle bei Direktinvestitionen sei jedoch nur vorübergehend gewesen. Ab 2003 sei ein neuer Boom an weltweiten Geldflüssen zu erwarten, der über die nächsten Jahre anhalten soll. Wenn auch heuer der Anstieg an Investitionen noch schaumgebremst verlaufe, so verbessern sich die fundamentalen Konjunkturdaten, die für die vergangene M&A-Welle verantwortlich waren, wieder stetig, unterstützt vom Aufschwung in der Weltwirtschaft.

Die Ereignisse vom 11. September haben laut Studie nur marginale Auswirkungen auf die weltweiten Direktinvestitionen gehabt. Die globalen Geldflüsse seien bereits vor den Terroranschlägen von Jahr zu Jahr gefallen. Die Befürchtungen, dass die Globalisierung wieder zum Stillstand komme und multinationale Unternehmen ihre Tätigkeiten zurückschrauben würden, seien großteils unbegründet bzw. übertrieben gewesen. Das EIU schätzt, dass sich die "Schocks" des letzten Jahres - der 11. September, die Währungskrise in Argentinien und die stärker als erwartet ausgefallene Konjunkturabschwächung - 2002 mit insgesamt 100 Mrd. Dollar negativ auf die weltweiten Direktinvestitionen nieder geschlagen haben. (APA)

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