Italien: Überreste einer 3.500 Jahre alten Stadt gefunden

22. März 2002, 20:04
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Sie liegt nahe dem antiken Pompeji - Bewohner verließen sie einst wegen einer verheerenden Flut

Rom - In der Nähe der Ruinen der antiken Stadt Pompeji haben Archäologen die Überreste einer weiteren, erheblich älteren Hafenstadt ausgegraben. Das italienische Kulturministerium gab am Donnerstag gemeinsam mit beteiligten Wissenschaftlern Einzelheiten der Arbeiten bekannt, in deren Verlauf die Überreste von Gebäuden, Kanälen und Werkzeuge freigelegt wurden. Die Siedlung aus dem Jahr 1.500 vor Christus wurde bei Arbeiten für eine Kläranlage bei Poggiomarino vor zwei Jahren entdeckt.

Ähnlich wie die römische Stadt Pompeji, die im Jahr 79 von einem Ausbruch des Vesuvs zerstört wurde, wurde auch diese Siedlung wegen einer Naturkatastrophe verlassen: einer Flut im sechsten Jahrhundert vor Christus. In der Stadt am Sarno lebten bis zu tausend Menschen. Die Archäologen beschrieben sie wegen ihrer Lage auf marschigen Inseln als "Bronzezeit-Venedig". "Damals entstanden alle wichtigen Häfen ein wenig abseits vom Meer entlang Flüssen, um Piratenangriffen vorzubeugen", erklärte der Prähistoriker Renato Peroni.

Bei den Ausgrabungen wurden die Grundmauern von Gebäuden, Teile eines Kanus, Bernsteinbroschen sowie Werkzeuge aus Bronze und Eisen entdeckt. Die Arbeiten sollen ein weiteres Jahr andauern. Die Kosten werden auf 4,6 Millionen Euro geschätzt. (APA/AP)

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