Norwegen für Verschärfung des UNO-Waffenembargos gegen Somalia

22. März 2002, 13:16
posten

Noch kein Kommentar der USA - Möglicher Zufluchtsort für Bin-Laden-Kämpfer

New York - Norwegen will das Waffenembargo der Vereinten Nationen gegen Somalia verschärfen. Eine Kommission solle Verletzungen der 1992 verhängten Sanktionen überwachen und Waffenschmuggler öffentlich machen, hieß es in einem Resolutionsentwurf Norwegens.

Der UNO-Sicherheitsrat soll am Freitag und in der kommenden Woche über den norwegischen Entwurf beraten. Die Kommission soll gemäß des norwegischen Vorschlags Verletzungen des Embargos "zu Land, in der Luft und zu Wasser" beobachten sowie Maßnahmen ausarbeiten, um den Sanktionen zu Nachdruck zu verleihen. Zudem fordert Norwegen die UNO auf, in Somalia Vertretungen zu eröffnen, um den Friedensprozess in dem von Bürgerkriegen zerrissenen Land zu fördern. Wegen der unsicheren Lage in Somalia hat die UNO dies bisher abgelehnt.

Die USA befürchten, dass Kämpfer des Moslem-Extremisten Osama bin Laden, die sie in Afghanistan verfolgen, in Somalia Zuflucht finden könnten. Daher wurde immer wieder spekuliert, die US-Regierung könnte ihren Feldzug gegen den internationalen Terrorismus auf Somalia ausweiten. Bisher haben die USA zu dem Entwurf Norwegens nicht Stellung genommen.

Die somalische Regierung hatte sich 2000 selbst für eine Verschärfung des Waffenembargos ausgesprochen. Sie kontrolliert nur Teile des ostafrikanischen Landes. In anderen Landesteilen herrschen de facto private Kampfgruppen und Stammes-Clans. (APA/Reuters)

Share if you care.