Jetzt beginnt das große Aufräumen

24. März 2002, 10:11
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Die Hochwassersituation im Osten Österreichs hat sich allmählich entspannt

Wien/Linz/Innsbruck - Die Hochwassersituation im Osten Österreichs hat sich am Samstag langsam entspannt. Die Pegel der großen Flüsse sind seit der Früh gleich geblieben, teilweise sogar gesunken. Im Tagesverlauf sollte die Gefahr von Überschwemmungen zurückgehen. Die Feuerwehren bereiteten sich auf das große Aufräumen nach der "Sintflut" vor.

In Niederösterreich waren Samstagnachmittag noch rund 400 Feuerwehrmitglieder im Einsatz: Ihre wesentlichen Aufgaben waren die ständige Kontrolle aller Hochwasserschutzeinrichtungen sowie Hilfeleistungen für die Bevölkerung. In den nächsten Tagen werde man mit den Aufräumarbeiten beginnen, sagte Pressesprecher Jörg Würzelberger. Die Vorbereitungen liefen: Pumpen, Reinigungs- und Räumgeräte wurden bereitgestellt. In den westlichen Teilen Niederösterreichs waren erste Arbeiten bereits angelaufen.

Einsturzgefahr

Zuvor hatte es am Vormittag aber noch gefährliche Situationen gegeben: In Mautern drohte ein unterspültes Haus einzustürzen. Die Feuerwehren pölzten das Gebäude. In Tulln musste die B 19 (Nordumfahrung zwischen Rosenbrücke und Alter Donaubrücke) wegen Überflutung gesperrt werden. Grund war ein gefülltes Überlaufgerinne in der Tullner Au.

In Krems hatte sich Landeshauptmann Erwin Pröll zu einem einem Lokalaugenschein eingefunden. Er überzeugte sich, dass die vor wenigen Jahren errichteten Hochwasserschutzmaßnahmen für die Altstadt ihre erste Bewährungsprobe bestanden. Danach flog der Landeshauptmann in Begleitung des Landesfeuerwehrkommandanten Wilfried Weissgärber mit einem Bundesheer-Hubschrauber über die Hochwassergebiete entlang der Donau. Seit Beginn des Hochwassers am 21. März waren nach Angaben von Landesrat Josef Plank, zuständig für den Katastrophenschutz, 2.500 Feuerwehrleute und dazu noch Spezialkräfte des Bundesheeres eingesetzt.

Beruhigung auch in Oberösterreich

In ganz Oberösterreich sind die Pegelstände der Flüsse in der Nacht auf Samstag gleich geblieben, zum Teil sogar gesunken. In den Krisengebieten Machland und Steyr wurde bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen, vorerst aber nur mit Vorsicht. Rund zwei bis drei Zentimeter pro Stunde sank der Wasserstand der Flüsse nach Angaben des Hydrographischen Dienstes in Oberösterreich am Samstag. Noch waren im Machland, wo rund 3.000 Hektar und etwa 100 Häuser überflutet waren, viele Gebäude nur per Boot erreichbar. Doch die Feuerwehren begannen bereits mit den Aufräumarbeiten. Sandsack-Barrieren wurden wieder entfernt, Straßen vom Schlamm gereinigt. Entspannt hatte sich am Samstag auch die Lage in Steyr: Auch hier wurde bereits mit Hochdruck an der Beseitigung von Schlamm und Gerümpel im historischen Stadtkern gearbeitet. (APA)

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