Onlinemedien "unterschätzt"

22. März 2002, 19:39
posten

Prognos-Studie: Bis 2005 werden sie viertstärkster Werbeträger

Mit dem Börsenhype um die New Economy verschwand offenbar auch die Begeisterung für Onlinewerbung. Zu Unrecht, meint das renommierte Basler Prognos-Institut in einer neuen Studie.

"Ende der Neunzigerjahre wurden Marktperspektiven von Onlinemedien maßlos überschätzt", meint Prognos-Medienexperte Josef Trappel. In gleichem Maß würden sie heute unterschätzt.

Onlineauftritte etablierter Medien profitieren

Mit "irrationalem Reflex" habe die Werbewirtschaft auf die Konjunkturdelle reagiert und sei in traditionelle Medien geflüchtet. Aber: "Mit dem Nachweis der Effektivität und der Marktreife neuer Werbeformen kommen die Werbeetats zurück." Das sorge für "überdurchschnittliches Wachstum". Onlinemedien würden im deutschsprachigen Raum bis 2005 zur "vierten Kraft" hinter den Werbeträgern Print, TV und Radio.

Dafür müsste die Onlinewerbung jene auf Plakaten überholen, die im Vorjahr in Österreich auf ein Bruttowerbevolumen von mehr als 123 Millionen Euro kam. Die Onlinewerbung wird derzeit auf rund 20 Mio. geschätzt.

Von konjunkturbedingter Marktbereinigung profitierten vor allem Onlineauftritte etablierter Medien, also von Zeitungen, Zeitschriften, Radio-und Fernsehanstalten. Neuen Onlinemarken gibt die Studie "kaum Marktchancen". (red/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 23./24. März 2002)

Link
Prognos
Share if you care.