Salzburger Flughafen in Salzburger Hand

22. März 2002, 11:57
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Land übernahm am Freitag zweiten 50-Prozent-Anteil des Bundes

Salzburg - Der Salzburger Flughafen ist seit Freitag zu 100 Prozent im Besitz Salzburgs. Das Land hat den 50-Prozent-Anteil des Bundes übernommen und hält nun insgesamt 75 Prozent des Airports, den Rest besitzt wie bisher die Stadt Salzburg. Wirtschaftsreferent LHStv. Wolfgang Eisl (V) hob anlässlich der Vertragsunterzeichnung die große Bedeutung für Salzburg hervor, dass nicht der Flughafen München zum Zug gekommen sei.

Der Flughafen München hätte leicht den fünf- oder zehnfachen Preis bezahlen können. Allerdings hätte München sicher viele Flüge von Salzburg abgezogen, wodurch für Salzburg großer Schaden entstanden sei. Das hätte an der Salzach den Verlust vieler Arbeitsplätze bedeutet. Denn am Airport sind 1.000 Menschen beschäftigt, 300 davon direkt bei der Airport-Gesellschaft, der Rest bei verschiedenen Firmen am Flughafen.

Verkauf über Abtausch

Eisl dankte Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F), dass dieser den Verkauf nicht über die ÖIAG abgewickelt hat, weil dann eine EU-weite Ausschreibung notwendig gewesen wäre. "Ich habe Grasser überzeugen können, dass die Mehreinnahmen bei einem Verkauf etwa nach München in fünf bis sechs Jahren durch den Wegfall von Steuern wieder verloren wären", so Eisl.

Der Verkauf der 50 Prozent des Bundes erfolgte über einen Abtausch der Anteile des Landes an der Straßengesellschaft ÖSAG im Wert von rund 7,267 Mill. Euro sowie einem Bar-Kaufpreis von 2,544 Mill. Euro. Weiters zahlte der Flughafen ein Gesellschafterdarlehen in der Höhe von 2,235 Mill. Euro an den Bund zurück.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens, Anton Bucek, sprach von einer großen Stunde für den Flughafen, weil dieser nun zur Gänze in Salzburger Hand sei. Und Airport-Direktor Günther Auer sagte, dass es ein großer Vorteil sei, wenn alle Ansprechpartner in unmittelbarer Nähe seien. Die Verhandlungen mit dem Ministerium seien oft sehr zeitaufwendig gewesen. (APA)

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